Freitag, 7. Oktober 2011

Infos und Links

Ach ja, noch was.
In der Link-Sektion rechts findet ihr einen Link zu zahlreichen Berichten und Reports über aktuelle (und vergangene) Geschehnisse in Mosambik. Zusätzlich ist auch das Archiv der Newsletter abrufbar, die interessante Hintergrundinfos liefern.

Hier die Berichte und Reportagen:
http://www.open.ac.uk/technology/mozambique/index.shtml

Und die Newsletter:
http://www.open.ac.uk/technology/mozambique/p6.shtml

----Eilmeldungen----

---- Die Brasilianer kommen und nehmen uns unsere Wohnung weg ----

Drastische Erhöhung der Mietpreise in Beira - Unsere Miete steigt von derzeit 900.- US$ auf 2.000 US$, kurzfristig angelegte Verhandlungen ohne Erfolg. Wir suchen daher eine neue Wohnung.
Grund für die Erhöhung sind massive Kohlefunde im Norden, die über den Hafen von Beira verschifft werden sollen. Die Hausbesitzer erwarten sich nun Unmengen von neuen Ausländern, die Mieten in diesen schwindelerregenden Höhen zahlen sollen. Mal schaun wie lange diese Blase hält, in drei Monaten spätestens müssen wir ausziehen.

---- Der Sommer kommt ----

Wir haben uns vorsorglich bereits in Österreich ein paar Sonnenstrahlen eingepackt und im Garten ausgesät, nun geht die Saat auf und der Sommer zieht ein. Bis Ende November sind noch halbwegs vernünftige Temperaturen zu erwarten, danach werden wir wieder unter der feucht-schwülen Tropenhitze in der Regenzeit leiden. Bitte dies bei evtl. Reiseplanungen berücksichtigen!

---- Stromausfälle in Beira ----

Hunderte Haushalte waren am gestrigen Abend stundenlang ohne Strom - wart mal, das sind ja keine Neuigkeiten sondern passiert eh ständig...


Bald gibts wieder ausführliche News, vor allem über das Wiederankommen in unserer Wahlheimat. Die Landung war hart aber schön :-)

Liebe Grüße,

Andreas & Iris

Freitag, 5. August 2011

Neulich im Büro des Vizerektors...

der ja nun vor ziemlich genau 10 Wochen kurzfristig, überraschend und wie sich noch dazu herausgestellt hat sehr sauer die Uni und das Land verlassen musste, weil ihn sein Orden gerufen hat.
Nun wurde ich in ebendiesen Sessel gerufen, der seit 16 Jahren vom Quasi Gründer der UCM im wahrsten Wortsinne besessen wurde. Die drei Funktionen Vizerektor, Administrador geral und Secretario geral - bisher in der Person meines Vorgängers vereint - sind nun vakant und werden es wohl noch ein paar Monate bleiben. Einstweilen sollte ich einziehen und mir ein Bild von den Aktivitäten machen, um den Weg und Einstieg des Nachfolgers zu erleichtern.

Dieser Machtwechsel auf der Uni hat vor allem einen Stimmungswechsel ausgelöst, der in dieser veränderungsbereiten Zeit sehr stimulierend auf die Geschehnisse wirkt. Neben dem Wegfall einer kritischen und erfahrenen Stimme an der Spitze der Entscheidungspyramide werden nun die Statuten und Organe der Institution überarbeitet.
Sogenannte "Conselhos" werden formiert, quasi Räte mit basisdemokratischen Rechten und Pflichten und bestimmten Mitgliedern der Regional- oder Fakultätsdirektion, Professoren- und Studentenvertretern. Eigentlich sind diese Conselhos seit der Gründung der UCM vor 16 Jahren in den Statuten der Universität verankert, ordentlich existiert und regelmäßig konstituiert haben sie sich jedoch noch nicht.

Nächste Woche werden wir, d.h. unser kleines 3er Team aus "Beratern", den Finanzrat abhalten und moderieren, der dank mir als Buchhalter erstmals ordentliche Monatsberichte und Daten bekommt.
Ach ja, ich hab sie noch gar nicht vorgestellt, die ebenfalls und gleichzeitig eingesetzten "Berater" Ibraimo und Moises.
Ibraimo ist 32, dynamisch, extrem vernetzt und sehr gscheit, ohne den die letzten Wochen unmöglich funktioniert hätten. Moises ist eigentlich schon in Pension gewesen, hat sich dann aber doch vor ein paar Jahren wieder an die Uni als Professor begeben. Mit seinen 25 Jahren Bankerfahrung hilft er uns ordentlich mit dem Behördenkram aus, außerdem bietet seine Seniorität im Team gegenüber Kritikern eine starke Basis.
Nun denn, gemeinsam versuchen wir gerade, uns irgendwie in den zahlreichen Baustellen in der Organisation, den Finanzen und Bauprojekten einzubringen.

Zahlreiche Dinge scheinen sich ganz gut zu entwickeln, vor allem der Ruf nach mehr Transparenz wird lauter, nachdem die Verantwortung auf mehrere Köpfe verteilt wurde und die mosambikanische Bischofskonferenz zur Zeit nicht wirklich Bester Laune ist.
Die neuen Organe in der Uni müssen nun so richtig zu arbeiten beginnen, ein paar Schritte ging es schon nach vorwärts.

In den nächsten Wochen werden sich die ersten Wogen in diesem Veränderungskrimi etwas legen - wir ziehen uns jedenfalls zuerst mal zurück und kehren mit unserem 5-wöchigen Sonderurlaub im Rucksack nach Österreich zurück.
Nächste Woche Donnerstag oder Freitag werden wir in Linz eintrudeln und dann sehn wir uns hoffentlich bald mal, a persona lässt es sich viel besser erzählen!

In diesem Sinne, ein schönes Wochenende und nun aber wirklich bis Bald!

Andreas

Freitag, 24. Juni 2011

Pläne haben es an sich, über den Haufen geworfen zu werden...

Caros amigos!

Nach einer längerem Tauchfahrt im U-Boot der Entwicklungshilfe geht uns nun die Luft aus und wir tauchen wieder auf, um euch die aktuellsten Geschichten und Begebenheiten aus den Tiefen des afrikanischen Kontinentes zu erzählen - und nebenbei mal wieder ordentlich Luft zu holen...

Seit März ist Iris' zweites Projekt bei Muleide nun gestoppt worden, was zwar wenig Staub aufgewirbelt, aber uns dennoch ordentlich durcheinandergebracht hat. Der Urlaub im Norden Mosambiks, mit wunderbaren Stränden und Bergen, drei gerissenen Keilriemen Made in Korea und viel, viel Mosambik hat dann die Energietanks wieder etwas augefüllt.

Bis dann auf der Ilha de Moçambique unsere Chefin angerufen und mir gesagt hat, dass sie vom Rektor der UCM gebeten worden ist, mich zum Hierbleiben zu überreden - für Iris würde gesorgt werden, sie könne auch auf der Uni arbeiten wenn sie will.
Der Grund ist, der nun doch sehr plötzliche Abgang des Vize-Rektors, Padre Francesco Ponsi. Der über 70-jährigen italienischen Missionar, der die Uni in Finanz- (und sonstigen) Belangen mit starker - wenn auch mittlerweile zittriger - Hand geführt hat und vor 16 Jahren die Universität hier aufgebaut hat, hinterlässt ein ziemliches Machtvakuum und vor allem eins: Tausende offene Fragen wie es weitergeht...

Da ich nun Gelegenheit habe und ihr hoffentlich gespannt weiterlest, nun ein paar historische Hintergründe:
Bei den Friedensverhandlungen zwischen den beiden Bürgerkriegsparteien FRELIMO und RENAMO, 1992 in Rom, wurde die Gründung einer katholischen Universität in Beira beschlossen. 1993 hat ebendieser Padre Ponsi ein altes Priesterseminar der Diözese Beira, das zwischenzeitlich auch als Armeekaserne und Parteibüro benutzt wurde, wieder reaktiviert und 2 Jahre später die Wirtschaftsfakultät gegründet, ...

Naja, und letzte Woche hat er mir dann seinen Büroschlüssel gegeben und mir die letzten 5 (!!!) Tage zuvor noch die wichtigsten Sachen erklärt. Formell bin ich nun Assessor da Reitoria no area Financeira, also kaufmännischer Berater/Assistent des Rektors - und NICHT der Vizerektor wie meine Kollegen nun ständig meinen. Glücklicherweise gibts noch zwei andere, ebenfalls hals-über-kopf vom Bischof und Rektor ernannte Berater, die die Unterschriften auf den Schecks austellen sollen. Denn die Beiden werden in Zukunft wohl die politischen Ohrfeigen abbekommen, die man sich im mosambikanisch-afrikanischen Alltag unter Managern und "Big-Men" automatisch holt. Ich halte mich so gut es geht raus - auch wenn Querschläger unvermeidlich sind aber gerade deswegen bin ich ja hier.

Und deswegen bleiben wir auch hier - wie ihr wohl schon langsam vermutet habt. Die Universität ist einfach ein Leuchtfeuer in der ansonsten doch sehr tristen Welt eines Entwicklungslandes. Die Studenten hier hinterfragen, kritisieren, lernen und feiern - sie werden ein Teil der Gesellschaft werden, die zum ersten Mal eine mittlerweile halbwegs abgesicherte Basis haben, die zumindest in der Stadt Zugang zu ärztlicher Versorgung haben und teilweise selbst dann Ärzte oder wiederum Professoren werden.
Hier setzt eben nun Iris' Projekt an, parallel mit einer staatlichen Kampagne zur "Verbesserung der Qualität der höheren Lehre" wird sie mit einem Professor der Uni an der Qualität der Lehre arbeiten.

Diese beiden neuen Herausforderungen haben uns nun die Rückreise vermiest, denn wir waren eigentlich schon mitten in den Ausreisevorbereitungen. Hund geimpft - das Blut bereits auf dem Weg ins einzige, von der EU akkreditierte Blutlabor in Südafrika, Flipchart in der Küche zum notieren des ganzen Krams, der uns nun wieder bevorgestanden hätte.
Nun haben wir das Flipchart einfach umgedreht und daraus eine überdimensionierte Einkaufsliste gemacht, denn wir kommen DOCH im Sommer heim - aufgrund der Vertragsverlängerung und weil wir euch darüberhinaus einfach endlich wiedermal ordentlich treffen wollen.

Nun denn, einstweilen bleiben wir noch unter Wasser, halten aber mit unserem Periskop Ausschau auf Österreich und freuen uns auf den Landurlaub!

Alles Liebe,

Andreas & Iris


Freitag, 15. April 2011

Epa

...oder Shii, sind zwei Ausdrücke hier für Überraschung bzw. den Zustand "geh echt? na des kannst wen andern vazöhn"
Also, diese beiden Ausrücke sind mir grad vor dem inneren Auge vorbeigehuscht als ich das Datum des letzen Beitrages sah.

Nun, es gibt einen Grund dafür - in den letzten beiden Monaten mussten wir uns entscheiden, wie es nun hier weitergeht, mit unseren Projekten, mit unserem Aufenthalt hier.
Nachdem es bei Iris einfach nicht hat klappen wollen (und aus diversen anderen Gründen die ich hier nicht erläutern will) werde ich meinen 2-Jahresvertrag nicht mehr verlängern, somit könnt ihr uns demnächst in persona erwarten. Das konkrete Datum steht noch nicht fest, wird sich aber rund um die ersten paar Augusttage einpendeln.

Wir hoffen ihr esst brav eure Teller auf, damit der Sommer dann auch wirklich schön wird - wir werden ihn temperaturtechnisch brauchen...

Nun steht uns jedoch noch eine äußerst wichtige Aufgabe bevor, auf die unser Arbeitgeber pocht - Resturlaub abbauen...
Und das machen wir auch, ohne Widerstand - die nächsten zwei Wochen werden wir uns den Norden Mosambiks ansehen, den wir noch immer nicht ausgiebig bereisen konnten. Anschließend, am 2.5. werden wir Iris' Eltern in Nampula am Flughafen abholen und uns gemeinsam wieder auf den Rückweg machen.

Danach werden wir dann unser Nachrichtenembargo brechen und euch nochmal ausgiebig über die Zeit hier in Mosambik informieren.

Bis dahin aber eine schöne Zeit, und tschüß!

LG,
Andreas

Dienstag, 1. Februar 2011

Nachrichten aus Nairobi

Hallo liebe Freunde,

heut abend war eine Kollegin zu Besuch und war sehr aufgelöst über eine beunruhigende Entwicklung in Kenia.
Sie hat dort seit über 10 Jahren in Eigeninitative ein Straßenkinderprojekt mitaufgebaut und betreut es seitdem.
Wie es leider in dieser Ecke der Erde oft der Fall ist, zählen langjähriges Wohnrecht, offizielle Landbesitzurkunden und eine Erfolgsstory der sozialen Arbeit nichts, wenn eine regierungsnahe Organisation Apartmenthäuser in einem Armenviertel aufziehen will.

Über die lokale Tageszeitung wurden die über 15.000 betroffenen Einwohner informiert, innerhalb weniger Tage ihr Hab und Gut einzupacken und das Gebiet zu verlassen, "... für Schäden an Besitztümern oder Körperverletzung im Zuge der Räumung würde man keine Verantwortung übernehmen können" so der weitere Text der Anzeige.
Neben den tausenden betroffenen Familien sind auf dem Areal noch 6 Kirchen, eine Moschee, zwei Krankenhäuser und mehrere Schulen davon betroffen, dem Erdboden gleichgemacht zu werden um Platz für neue Apartmentkomplexe zu schaffen.
Auch das durch Spenden neugebaute Haus des Vereins "Panairobi" ist von der unmittelbaren Zerstörung bedroht, ein Zentrum in dem drei Sozialarbeiter zur Zeit 139 Kinder im Alter von 3-15 Jahren betreuen.

Durch kurzfristig organisierte rechtliche Unterstützung konnte nun zumindest ein Aufschub von ein paar Tagen erreicht werden, um die Rechtmäßigkeit des Landbesitzes mehrerer Einwohner vor Gericht zu klären. Wie die Erfolgsaussichten sind ist jedoch nicht abzusehen.

Nachfolgend noch der offizielle Pressetext von Panairobi, in den nächsten zwei Tagen werden Artikel in der Krone und den Salzburger Nachrichten erscheinen.

Unterstützungserklärungen via Facebook sind ausdrücklich erwünscht, hier der link:
http://de-de.facebook.com/pages/panairobi-verein-fur-strassenkinder-in-nairobi/137848539563138?v=wall

Web:
http://www.panairobi.net/

Pressetext:

Zwangsräumung in einem der größten Slums in Kenia. Salzburger Straßenkinderprojekt panairobi steht vor einer Katastrophe.

Der National Youth Service – ein Arm der kenianischen Regierung – hat am 27.1. durch eine Zeitungsannonce die Bevölkerung in einem Teil des Mathare North Slums aufgefordert, ihre Land sofort zu verlassen. Das bedeutet für ca. 15.000 Menschen die Vertreibung aus ihrem bisherigen Leben. Eine Alternative für die Bewohner wurde nicht gegeben.

Mehr als die Hälfte der Menschen leben in einfachen Wellblechhütten und haben durch Werkstätten, kleine Geschäfte und Bars ihre Lebensgrundlage und eine eigene funktionierende Infrastruktur geschaffen.

Der Salzburger Verein panairobi hat in diesem Gebiet gemeinsam mit Partnern und internationalen Spendern vor mehr als 10 Jahren ein Straßenkinderprojekt gegründet. Seit Beginn konnte erfolgreich mehr als 300 Kindern geholfen werden. Viele der Kinder die durch das Programm gegangen sind, haben nun ihr eigenes Geschäft, haben Arbeit gefunden oder zu studieren begonnen. Vor drei Monaten ist das neue Gebäude fertig geworden um die Kinder und deren Familien noch besser betreuen zu können. Doch nun soll alles aus sein.

Die Sozialarbeiter des Vereins sind gemeinsam mit anderen Grundbesitzern noch am Freitag vor Gericht gegangen und haben vor dem Rathaus von Nairobi demonstriert. Obwohl die Stadtverwaltung alle Dokumente, die den Besitz des Baugrunds durch das Straßenkinderprojekt MCFpanairobi und von anderen Landbesitzern bezeugen, gibt es vom NYS bis zum jetzigen Zeitpunkt noch keine offizielle Stellungnahme.

Im dem selben Gebiet, dass dem Erdboden gleich gemacht werden soll, stehen zwei Krankenhäuser. Eines ist ein privates Krankenhaus mit 30 Betten, das andere ist durch die „German Doctors“ unterstützt und betreut vor allem HIV Patienten. Täglich suchen mehr als hundert Menschen das Krankenhaus auf um dort medizinische Hilfe zu bekommen.

Drei Primarschulen mit insgesamt 550 Kindern und ein College für technische Berufe in Mathare North sind von der Zwangsräumung betroffen. Sechs Kirchen und eine Moschee die von ca. 4000 – 6000 Menschen regelmäßig besucht werden, droht ebenfalls die Zerstörung durch Bulldozer.

Die Sozialarbeiter haben zwar von der Stadtverwaltung ein Schreiben erhalten, dass die Zwangsräumung bis mindestens zum 3. Februar aufgehalten wurde damit die Rechtmäßigkeit des Landbesitzes durch das Gericht überprüft werden kann. Es bleibt zu hoffen, dass auch das NYS darüber informiert wurde und nicht vorschnell vollendete Tatsachen geschaffen werden. Für einen Großteil der dort lebenden Menschen schaut es aber schlecht aus. Das Wenige, was sie besitzen wird in wenigen Tagen zerstört sein, wenn nicht noch ein Wunder passiert.

Dienstag, 18. Januar 2011

Happy new year!

Etwas verspätet aber nun kann ich mich auf das neue Jahr freuen.
Eigentlich hat es ja eh ziemlich fein angefangen, nachdem unsere Weihnachtsüberraschung geglückt ist und wir uns ebenfalls an einigen überraschten Gesichter erfreuen haben können.
Allerdings hat uns kurz nach unserer Rückkehr die mosambikanische Realität wieder eingeholt, die Troubles mit der Stromversorgung sind leider nicht besser geworden.
Für all jene nicht so regelmäßigen Leser und all jene die's schon wieder vergessen haben ein kurzer Rückblick:

Ende September brannte unser Stromzähler ab, fast, als ich ihn widerrechtlich vom Netz nahm und so zum ersten Mal auf Tuchfühlung mit der EDM (Electricidade da Moçambique) gehen musste. Zwei Tage (wau!) nach Meldung wurde der Contador getauscht, allerdings hatte dieses neuartige, elektronisch geregelte Ding nur eine sehr begrenzte Lebensdauer von ca. 4 Wochen. Nach einem 4-tägigen, ganz Beira betreffenden Stromausfall hat der Contador einen bleibenden Schaden davongetragen, nämlich genau dann den Dienst zu verweigern wenn man ihn braucht...
Seit diesem Zeitpunkt, also knappe 2,5 Monate, haben wir tagsüber fast immer Strom. Man hat allerdings fast die Uhr nach dem Zähler richten können, denn täglich um 18:30, grad recht zum Sonnenuntergang, hat dieses depperte Kastl zu spinnen begonnen. Klick-Klack, Strom ein - Strom aus - im Sekundentakt, teilweise nur zwei, drei Stunden, teilweise die ganze Nacht...
Tödlich für Glühbirnen und sonstige Elektrogeräte, das Modem und zahlreiche Glühbirnen haben mittlerweile dran glauben müssen. Strom kommt, Strom geht - bei eingeschaltenem Licht wird man narrisch, kaum gewöhnen sich die Augen an die Dunkelheit ist das Licht für eine Sekunde wieder da und man ist wieder komplett nachtblind wenns wieder dunkel wird.
Gut, manche Leute (uns anfangs eingeschlossen) finden ja ihren Gefallen an einem Candlelight-Dinner, wenn man aber jeden (wirklich jeden!!!) Tag abends ohne Strom dasitzt, kein Internet hat, nicht mal einen Film anschaun kann (mangels Lautsprechern und Akkulaufzeit) und im Schein der Petroleum- und/oder Taschenlampe kocht und isst, naja, dann wirds mit der Zeit wirklich fad. Nicht nur fad sondern auch nervend, ziemlich sogar.

Der Canossagang zur EDM hingegen übertrifft alles Nervige, was ich bisher erlebt hab. Ich hab aufgehört zu zählen, wie oft ich bei der Problemmeldestelle war (letzte Woche jeden Tag außer Dienstag), wie oft ich angerufen hab (irgendwann hatte ich das Gefühl sie kennen meine Nummer und heben absichtlich nicht mehr ab) und vor allem wie oft eines der "Reparaturteams" hier war.
Am Freitag abend um ca. 21:30 war das letzte Team da, nachdem am Donnerstag ein anderes Team die Zuleitung vom Strommast zum Haus überprüt hat. Wir waren beide angesichts der Dunkelheit und des ständigen Klickklacks ziemlich frustriert und hatten bereits die Flasche Glenfiddich aus dem Duty-Free geköpft als doch noch eines der Teams kam - ich hab mit dem Cheffe geredet, ihm die Whiskeyfahne ins Gesichts geblasen und ihm auf portugiesisch richtig was vorgeheult,wie schlechts mir nicht geht und wie scheiße das alles ist und das es einfach mies ist und ich total traurig bin und so weiter und so fort...
Und das hat scheinbar geholfen, denn auf seine Veranlassung kam heute endlich jemand mit einem neuen Stromzähler angetanzt.

Ach, wir sind beide sehr happy über den neuen Zähler und vor allem über die neugewonnen Elektrifizierung unseres trauten Heimes hier, Happy New Year allemiteinander!

Alles Liebe aus dem stickigen, schwülen, aber dank nun wieder funktionierender Klimaanlage wieder erträglichen Beira,

Andreas