Dienstag, 20. März 2012

Die Sache mit der Wahrheit

Ich kenne hier viele Menschen, die von Grund auf ehrlich sind und gerade heraus das sagen, was sie sich denken. Wie bei uns viele auch sind diese Menschen einem inneren Ethos der Wahrheit verpflichtet. In Mosambik kann auch kritisiert werden – auch wenn die meisten afrikanischen Länder formal demokratisch sind, weiß man das nie so genau, was die Bevölkerung laut sagen darf und was nicht. In Mosambik liebt man die Rede, die auch systemkritisch sein darf. Dies geht zurück auf den Nationalhelden Samora Machel, der erste Präsident und Befreiungsheld Mosambiks, der diese Kunst beherrschte und im Land nach wie vor einen hohen Stellenwert hat.

Andreas sitzt gerade wieder in einem der zweitägigen Conselhos, wo sich diese Liebe zur Rede ebenfalls manifestiert, die in Mosambik manchesmal große Ausdauer von den Zuhören fordert, was aber den Mosambikanern nichts auszumachen scheint.

Aber zurück zur Sache mit der Wahrheit. Für mich häufen sich die Indizien, die zeigen, dass man mit dem Erzählen einer Geschichte in Mosambik weiter kommt, als mit der Wahrheit. Diesen Eindruck bekam ich auch schon bei MULEIDE, doch so richtig greifbar wurde dieses System damals für mich noch nicht, handelte es sich doch nur um eine von vielen Organisationen. Auch Kollegen erzählten von ihren Organisationen und da wurden doch einige Ähnlichkeiten sichtbar. Das Erzählen einer schönen Entwicklungsgeschichte – den darum handelt es sich meistens – geht über all diese kleinen Organisationen hinaus und scheint sich als politische Strategie manifestiert zu haben, eines Landes, dass sich ausschließlich nach außen orientiert und von den internationalen Entwicklungsorganisationen und Staaten ständig Orientierungen und Ziele auferlegt bekommt. Für mich bestätigt sich der Eindruck immer wieder, dass die Regierung und all die Organisationen, die von Geldern der Geberländer profitieren Entwicklung als Buisness betreiben. Echte Entwicklung ist dabei nicht (mehr) relevant. Was zählt sind die Berichte, die als ausreichender Beweis für die internationalen Organisationen, deren Urteil die weiteren Geldflüsse definiert, herhalten.

Hier ergibt sich jedoch eine Riesenkluft zwischen dem was in den Berichten steht und Besuchern erzählt wird und dem was tatsächlich realisiert wurde. Für mich ist es immer wieder bemerkenswert, wie professionell diese Art des Selbstmarketings auf allen Ebenen der Gesellschaft, trotz all der Inkompetenzen, die es in vielen anderen Bereichen gibt, beherrscht wird.

Die Lüge ist scheinbar saloonfähiger, als die Wahrheit. Die internationale Gemeinschaft ist hier Partner und nicht etwa nur unwissender Zuseher, den diese Handlungsmuster können sich nur entwickeln, weil sie gefördert werden, eben weil die internationale Gemeinschaft es sich zur Gewohnheit werden lassen hat, einfach nicht so genau hinzusehen, aber dafür alle Ziele auf den Papier zu erreichen. Und die mosambikanischen Entscheidungsträger erweisen gerne diesen Gefallen durch ihre schönen Geschichten der Entwicklung. Es ergibt sich wie in jedem guten Buisness eine Win-Win-Situation. Alle Beteiligten sind damit zufrieden, betrogen wird das Volk.

Es gibt viele Mosambikaner die sehen die ungesunde Seite dieser Entwicklungen sehr wohl. Felizarda, meine Sprachlehrerin, erzählte mir gestern, wie sie mit diesem Widerspruch in ihrem Alltag als Lehrerin umgeht. Sie unterrichtet in der Segundaria – also die 12 – 18-Jährigen – Englisch und Französisch. Im Jahr 2000 hat man in Mosambik eingeführt, dass alle Kinder bis zur fünften Klasse automatisch Aufsteigen können. Dieses System gibt es jetzt seit ca. 12 Jahren mit der katastrophalen Folge, dass die jüngeren Kinder bis zur fünften Klasse gravierende Defizite entwickeln, weil sie wissen, dass sie ohnehin aufsteigen können. In ihrem ersten Unterrichtsjahr beurteilte Felizarda die damals 10. Klasse nach ihrem realen Lernergebnis, es kamen nur 45 % beim Abschlussexamen durch. Dem Direktor der Schule gegenüber, der die Ergebnisse dem Ministerium gegenüber erklären muss und angehalten ist für die Statistiken schöne Ergebnisse zu liefern, hat sie ehrlich dargelegt, weshalb dieses Ergebnis zustande gekommen ist: die Schüler machen keine Hausübungen, lernen nichts, … schlicht hatten in ihren ersten Unterrichtsjahren gelernt, dass es nicht darauf ankommt in der Schule etwas zu tun. Ihre Kollegen prophezeiten ihr damals, weil sie dies sagte, Probleme mit dem Ministerium. Diese hat sie bis heute nicht bekommen, weil sie die Schüler jetzt verstärkt zu guten Noten motiviert, durch positives Feed-Back stärkt und so engagiert und hart mit ihnen arbeitet (eine Klasse hat immerhin 90 Schüler!), bis sie reale Ergebnisse hat, die auch in die Statistiken passen ohne sie aufputzen zu müssen.

Üblich ist dieses Engagement Felizardas und auch diese Verpflichtung zur Wahrheit nicht. Ihre Kollegen beäugen sie kritisch und folgen ihrem Beispiel nicht, manche halten sie sogar für rebellisch. Üblicher ist, dass zum Schluss von den ganz Schlechten, die etwas weniger Schlechten doch durchgelassen werden, um das richtige Ergebnis zu haben oder was ebenfalls sehr verbreitet ist, diejenigen durch zu lassen, die zur Prüfung noch einen Geldschein dazulegen. So ist ein Schulabschluss bis hin zum Uniabschluss in Mosambik auch käuflich. Die Lüge oder auch Korruption wird schon früh eingeübt und das Nichtstun belohnt. Felizarda bestätigt das, was ich schon länger befürchte: das Bildungssystem in Mosambik ist in einer Krise.


Was tut sich sonst so bei uns in Beira?


Nach diesem Ausflug in die mosambikanische Gesellschaft hier noch ein paar Zeilen über uns:

Der Klimawechsel macht sich auch bei uns bemerkbar. Es ist zwar immer noch heiß, aber bei dem ersten Kältesturz (auf ca. 25 Grad) hat sich Andreas einen Grippevirus eingefangen, mittlerweile voll auskuriert, aber jetzt, wie es so ist, an mich weitergegeben.

Nhica unser Hund wurde das erste Mal von einem Hund aus der Nachbarschaft gebissen, er war so richtig arm und bemitleidenswert. Mittlerweile ist dies aber auch schon wieder zugeheilt.

Letzte Woche musste ich für einen Tag auf eine Konferenz des Erziehungsministeriums nach Maputo fliegen, was eine weitere hochinteressante interkulturelle Erfahrung war. Unter anderem kam heute daher die Inspiration zum oben verfassten Bericht.

Mein Kollege und bisheriger Counterpart, der Koordinator des Departments für Qualitätsmanagement, hat gekündigt. Es gibt wieder eine Neuorientierung. Aber ich mache jetzt auch Workshops für Dozenten zum Methodentraining, die mittlerweile gut laufen.

Ansonsten: Temos Saudades! – Wir haben große Sehnsucht!

Und wir freuen uns auf den Besuch von Mario, der uns Mitte April besuchen wird!


Genießt jeden erfrischenden Frühlingsregen für uns mit!

Ich hoffe es geht euch allen sehr, sehr gut!!!

Ganz viele liebe Grüße,


Iris



Samstag, 7. Januar 2012

Ueber die Effizienz von Besprechungen

(das Fehlen der deutschen Umlaute ruehrt von der portugiesischen Tastatur her, ich hoffe dies beintraechtigt die Lesbarkeit des Textes nicht allzusehr)

Nun, dass Besprechungen und Meetings im europaeischen Arbeitskontext oft den Ruf von Zeitverschwendung mit einem Hang zu uebermaessigem Kaffeekonsum haben, kann wohl als quasi gegebene Wahrheit angesehen werden.
Abgesehen von der Tatsache, dass es hier nichtmal richtigen Kaffee zu den Meetings gibt, stehn mir die Conselhos (Konferenzen) auf der Uni schon bis zum Hals. Seit zwei Tagen sitzen wir nun im Conselho da Reitoria und Gestao financeira, dem Verwaltungs- und Finanzrat der UCM.
Die 12 Teilnehmer, allesamt Direktoren und Administratoren sowie wir drei "Berater" sitzen nun den dritten Tag in Folge zusammen um die Inhalte fuer die Jahreshauptversammlung der UCM in vier Wochen zu bearbeiten.
Ich hab in den letzten beiden Jahren eine enorme Toleranz und Geduld ob der Ineffizienz der Arbeitsablaeufe entwickelt, diese droht jedoch heute einzustruerzen wie ein Kartenhaus in einem Tropensturm.

Thema 1, der Strategieplan fuer die naechsten 5 Jahre:
Erstellt wurde das 34-seitige Dokument im ersten Halbjahr 2011 durch ein Team aus 4 - 5 Personen. Zum ersten Mal wurde die Strategie dann im Herbst durch das Conselho behandelt, das sieht in Mosambik folgendermassen aus:
Natuerlich werden alle Dokumente ausgedruckt und verteilt (mittlerweile geht der ohnehin sehr grosse Tisch vor lauter Papier ueber), anschliessend zusaetlich per Beamer auf die Wand projeziert (wobei vorher ein Bild abmontiert werden muss, wie jedesmal), und eine Person wird nominiert den Text vorzulesen. Bei jedem Satz werden Rechtschreibfehler, semmantische Feinheiten und Akzente korrigiert, so gehen ca. 15-30 min pro Seite drauf. Der Inhalt hingegen kann durch diese Arbeitsweise nicht im geringsten erfasst werden. Mit keinem einzigen Wort werden die strategischen Ziele analysiert oder abgestimmt, stattdessen wird dem Vorleser jeder Tippfehler oder uebersehene Rechtschreibfehler minutenlang vorgehalten und bei der Korrektur zugesehen. Ich als non-native speaker sitz sowieso nur dabei und versuch Schritt zu halten bei der Erfassung der Inhalte, was nach spaetestens 2-3 Stunden nicht mehr moeglich ist. Bei der ersten Session zur Evaluierung des Strategieplans im Oktober wurde am ersten Tag von 8-22:30 gelesen, korrigiert und umgeschrieben, am zweiten Tag wurde immerhin nur bis 19:00 gearbeitet. Im Dezember dann dasselbe wieder, zwei Tage zur weiteren Ueberarbeitung - die um es nochmal zu erwaehnen - fernab von der sinnerfassenden Analyse und Definition einer Unternehmenstratgie mehr einer Klausurkorrektur denn einer Planung gleicht.
Diesen Donnerstag gings dann wieder los, zum wer weiss wievielten Mal wurde einen ganzen Tag lang das Dokument ueberarbeitet. Ich bezweifle stark, dass ein einziger der Teilnehmer (wie gesagt Top-Level "Manager") auch nur 3 der 10 strategischen Ziele fuer die naechsten 5 Jahre aus dem Stegreif erklaeren koennte.
Im Anschluss am Freitag eine ca. 3 stuendige Diskussion ueber das Organigramm, die immerhin ein paar inhaltliche Aspekte hatte.
Und dann wurde in ca. 15 min (sehr demokratisch mit Abstimmung) beschlossen, zwei kleinere Einheiten (Umsatz ca. 1 Mio. US$) organisatorisch in eine andere Fakultaet einzugliedern - ohne die Konsquenzen und Abhaengigkeiten auch nur im geringsten zu diskutieren. Der Nachmittag gin dann mit der Ueberarbeitung (methodisch hat sich nix veraendert) des Pastoralplans, immerhin nur 9 Seiten - da der Pastor selbst anwesend war ging der ganze Nachmittag und Abend drauf, fuer 9 (!) Seiten.

Wir haben es im letzten Jahr geschafft, einheitliche Budgetvorlagen fuer die 12 dezentral gefuehrten Fakulaeten und Zentren zu schaffen, Berichtsstandards und Budgetleitfaeden zu definieren und sie im Rahmen mehrerer Workshops den Fuehrungskraeften der Einheiten naeherzubringen. Als Resultat haben wir nun zwei Wochen nach der Deadline - nach mosambikanischer Auffassung also puenktlich - tatsaechlich alle Budgets in der Hand, die in ein paar Wochen den Stakeholdern (Bischoefen) praesentiert werden sollen und von ihnen abgesegnet werden muessen. Immerhin hat mittlerweile einer der Direktoren in einem ploetzlichen Anfall von Weitblick bemerkt, dass wir ja eigentlich im Jaenner die Ausgaben ohne bewillgtes Budget durchfuehren.
Nun, waehrend die Kollegen gerade den Leitfaden fuer die Vorlesungen, Pruefungen und studentische Belangen in gewohnter Weise "ueberarbeiten" schreib ich diese Zeilen - da ich fachlich ohnehin nichts beizutragen hab. Es ist jetzt Samstag, 11:40 und seit drei Tagen tagen wir - bisher wurde noch kein Wort ueber die Budgets verloren.

In Sitzungen wie diesen sehne ich mich nach Europa, nach Effizienz und Effektiviaet. Ich erinnere mich an den Empfang des deutschen Honorarkonsuls von Mosambik, ein grosser Foerderer der Uni seit der Gruendung und Eigentuemer einer Privatbank in Deutschland. Er hatte eine Tagesordnung, die in gewohnt deutschem Tempo abgehandelt wurde. Punkt 1 - wesentliche Inhalte - Handlungsmassnahmen - Verantwortlichkeit - Termine - naechster Punkt usw... nach vielleicht 1,5 Stunden war der Spass (fuer mich wars wirklich ein Spass zu sehen wie die Kollegen ob dem Tempo nur noch mit den Ohren schlackerten) vorbei und meine Kollegen haben mich nur noch verdutzt angeschaut.

Sitzungen zum Selbstzweck - die ueblichen Witze ueber Besprechungen in Europa treffen die Wahrheit hier wie der Deckel auf den Topf. Aber gut, ich ermahne mich zur Geduld, aus Erfahrung wird man klug heisst es. Immerhin, so ein Freund per Skype kuerzlich, wird geplant, wird diskutiert, auf beeindruckend demokratische und partizipative Weise.

Der Weg den die Uni geht ist der richtige, auch wenn hier oft drei Schritte vorwaerts, zwei nach links und einer zurueck, danach eine Bier getrunken wird und anschliessend wieder vom Anfang losgegangen wird.

In diesem Sinne, ein schoenes Wochenende - hoffentlich bald auch fuer mich...

Andreas

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Hallo!

Endlich melde ich mich wiedermal zu Wort! Voller Scham hab ich bermerkt, dass meine Answesenheit hier im Blog sehr rar ist und ihr wahrscheinlich auch gerne wissen würdet, wie es bei mir so läuft, während Andreas ja regelmäßig ausführlich berichtet!

Ja, das mit dem Wort geht hier gar nicht so locker, flockig von meinen fingern, weshalb es zwar viel zu berichten gäbe, es aber meistens schwierig für mich ist dies an eine halbanonyme Halböffentlichkeit zu berichten (man weiß ja nie, wer gerade mitliest). Also erzählen wäre da wesentlich einfacher, als alles in schwarze Zeichen zu meiseln. Ich kann euch nur bitten: skypt mit uns!

Während unserer ersten Periode in Mosambik, hätte ich über zahlreiche Probleme und Schwierigkeiten in meinem Projekt, aber auch über Erfahrungen und kritische Reflexionen über Entwicklungzusammenarbeit – die ja stark meine Projekterfahrung prägte – berichten können.

So weit dies möglich und für euch interessant war haben wir dies ja ausführlich in wunderbaren Gesprächen während unseres Österreichurlaubes nachholen können! Oder eben in Skypegesprächen, die sich dafür besser eignen sich über komplexe Themen auszutauschen. (wie ihr seht, bewerbe ich Skype, denn ich würde wahnsinnig gerne mit euch reden;-)!)

Nun mache ich einen erneuten Anlauf, mich schriftlich zu Wort zu melden, weil ich ja grundsätzlich gerne schreibe und weil ich jetzt, seit ich bei der UCM arbeite, auch fast ausschließlich positives zu berichten habe.

Nennen wir es meine 180° Wende in Mosambik.

Das Leben sieht nun für mich wie auf einen Schlag anders aus. Die Essenz davon: es macht nun auch beruflich Sinn für mich hier zu sein und das stellt alles auf völlig andere – solide – Beine!

Die Uni bietet ein Arbeitsumfeld, was eine kleine, halbambitionierte, mosambikanische zehn-Mann-Oganisation nicht mal annähernd konnte.

Die Uni verschafft mir ein Dire - die langersehnte und absolut notwendige Grundlage der Existenzberechtigung für einen Ausländer in Mosambik, um zu Leben und zu Arbeiten. Die Uni macht das innerhalb von wenigen Monaten, was drei Organisationen für mich in zwei Jahren nicht geschafft haben.

Die Uni hat ein ambitioniertes und talentiertes junges Team. Die meisten Kollegen gehen offen und wertschätzend und mit Neugier auf mich zu. Eine Grundhaltung, die ich bei Muleide vermisst habe. Zugespitzt gesagt war ich dort die Vorzeigeweiße, die man gerne in den Mittelpunkt schiebt, wenn Geldgeber auf Besuch kommen, quasi als vertrauensbildende Maßnahme, ansonsten war ich eben auch da.

Auf der Uni wird gearbeitet. Was besonders erfreulich ist, aber auch hochinteressant, da sich so manche Differenzen in der Arbeitsweise zeigen.

Wie ihr seht, komme ich ins Schwärmen über meinen neuen Arbeitgeber, auch wenn der Alltag immer noch sehr mosambikanisch ist und mit vielen Geduldsproben und Höhen und Tiefen gespickt ist.

Das Maß stimmt jetzt. Und vorallem helfen die stabilen Rahmenbedingungen sehr. Denn die Tiefen fühlen sich jetzt anders an. Sie regen an zur Reflexion, sie lassen mich verwundert den Kopf schütteln und kurzfristig Abstand gewinnen, um anders an die Sache ran zu gehen, jetzt sind sie spannende interkulturelle Begegnung und nicht mehr existenzielle Bedrohung (wie das ständige hadern um eine Aufenthaltsgenehmigung, dass ständige bemühen um eine Etablierung eines Projektes in einer scheiternden Organisation bishin zur Enthüllung der Sinnlosigkeit).

Ja, ich genieße das Leben in Mosambik gerade sehr! Und es ist gut, dass wir noch hier sind! Denn jetzt geht es erst darum die Früchte zu ernten, davor war das nicht möglich. Wenn wir im Juli gegangen wären, dann ohne reiche Ernte, nur mit vielen Erinnerungen an Mühen, die noch nicht in Ergebnisse resultierten. Bei Andreas merkt man das besonders schön, dass er jetzt laufend auf Ergebnisse von seiner Arbeit der letzten zwei Jahre aufbauen kann, die jetzt sichtbar werden und jetzt gibt es bei den Leuten die notwendige Bereitschaft und Erkenntnis, um ihn einen weiteren Schritt zu folgen, der das Ganze nochmal auf eine andere Stufe hebt.

Der Schlüssel ist Zeit! Zwei Jahre sind zu schnell, um in Mosambik schon an ein Ziel gekommen zu sein. Jetzt ist es aber auch unsere Lebenszeit und wir sehen uns das ganze nochmal zwei Jahre an. Keine Angst wir kommen danach zurück nach Österreich! Entwicklungen hier schließen sich nicht so schnell ab und wir werden nicht darauf warten.

Jetzt möcht ich auch noch ein bisschen über meine Arbeit erzählen. Ich bin hier in die einzigartige Situation gekommen bei der Etablierung einer Qualitätsmanagementabteilung an einer Hochschule dabei zu sein. Ich bin mittlerweile Feuer und Flamme für diese Idee, lerne hier aber auch alle Stolpersteine kennen, die so ein Department für Qualitätsmanagement nur haben kann.

Mit Beliebtheit und Wohlwollen ist so eine Abteilung wahrscheinlich nirgends auf der Welt gesegnet, hier in Mosambik versucht man wiedermal ein aus dem Westen kommendes Konzept in die afrikanische Realität einer allerdings westlich-orientierten Uni zu integrieren.

Mein Kollege Brighton, der Koordinator dieser Abteilung, ein Mosambikaner, sehr ambitioniert, sehr belesen, mit nie zuvor in Mosambik gesehener Schnelligkeit, ist dazu auserwählt das alles umzusetzen, was man sich unter Qualitätsmangement vorstellt.

Letzte Woche sind wir gerade an den Punkt angekommen, wo auch für Brighton deutlich wurde, dass es bezüglich Qualitätsmangement keine Klarheit gibt zwischen den Vorgesetzten – insbesondere dem Vize-Rektor – und ihm, dem Departement. Mein wochenlanges Hinwirken, man müsse doch noch klären, welche Rolle das Department genau hat, welche Aufgaben, Erwartungen, Grenzen es gibt, ... findet endlich Gehör.

Bis jetzt existiert das Department in einer Art Isolation, Brighton bekam den Auftrag vor ca. einem Jahr, wurde dann nach Holland geschickt für eine 2-monatige Einführung in das Qualitätsmangement und danach mit dem ehrenhaften Auftrag eingedeckt einen Strategieplan für die gesamte Uni zu schreiben. Dies machte er während mehrerer Monate nach einer kurzen Erkundungstour durch das gesamte Land im stillen Kämmerlein, wo er bis Juni einen 5-Jahresplan für die Uni produzierte.

Der Arme wartete vergeblich auf Feedback. Vor zwei Wochen wurde der Strategieplan schließlich im Conselho Reitoria, einer Sitzung bei der nun Andreas auch regelmäßig teilnimmt, offenbar im wahrsten Sinne des Wortes zerfetzt, da blieb kein Satz mehr neben dem anderen und die zuständigen Köpfe haben sich endlich mit ihren Zielen und Plänen auseinandergesetzt. Brighton weiß davon noch nichts. Ist wahrscheinlich auch besser so, weil er sonst endgültig die Fassung verliert.

Er kann nämlich mit der isolierten und unklaren Situation des Departments nicht mehr gut umgehen, immer wieder gibt es Tage, wo er sehr verzweifelt ist, ich schätze da kann er mich als seine Beraterin ganz gut brauchen. Ich fühle mich jedenfalls in meinem Element ihn dabei zu begleiten die Dinge besser zu strukturieren und zu planen, ihm Mut zuzusprechen, die Dinge relativierter zu betrachten und ihn dabei zu unterstützen einen sensibleren Kommunikationsstil zu finden, damit das Image des Departments als Polizei ein anderes wird und die Vorgesetzten einen mehr schätzen.

Auf meinen manchmal vorsichtigen Einwand, den ich mir aufgrund der Beobachtung seines enormen Tempos nicht verkneifen kann, nach Geduld, reagiert er mit Ablehnung. Er möchte keine Geduld aufbringen, die Dinge sollen sich sofort ändern! Er bringt kein Verständnis mehr auf für Dinge, die zu langsam funktionieren und Mißwirtschaft, nimmt sich selbst aber auch nicht die Zeit gut zu planen und sich vorallem ausreichend vorzubereiten.

Beim ersten Workshop, den das Department für die neuen Focal Points (unsere Beautragten für Qualitätsmangement an den Fakultäten) durchgeführt hat, schlug ich dann sprichwörtlich beide Hände über den Köpfen zusammen, weil da aus meiner Sicht sogut wie keine Vorbereitung seinerseits passiert ist. Schlussendlich hat dann alles halbwegs gut durch improvisieren geklappt, es gab jedoch auch mühsame Diskussionen, die man sich durch etwas Vorbereitung ersparen hätte können und indem man den Focal Points mehr Klarheit vermittelt.

Pikantes Detail am Rande: der Workshop war drei Tage für Mittwoch bis Freitag in einer Oktoberwoche geplant. Am Dienstag reisten zwei Vortragende aus Südafrika und die Focal Points von den anderen Fakultäten aus dem halben Land an. Dann wurde kurzerhand von der Regierung am Dienstag bekannt gegeben, dass der Mittwoch zum Nationalen Feiertag erhoben wird, weil sich da zum 25. Mal der Todestag vom Nationalhelden und ersten mosambikanischen Präsidenten Samora Machel jährte. Als dies bekannt wurde fragte ich mich, was dies für den Workshop bedeutete. Ich tippte auf trotzdem am Mittwoch durchführen, weil ja alle schon angereist waren und weil man die Zeit nutzen will, um mit allen zu arbeiten. Daneben. Der Mittwoch war auch für uns ein Feiertag! Der Workshop wurde dann eben nur während zwei Tagen abgehalten.

Ich hoffe es ist mir gelungen ein paar erste Eindrücke über mein neues Arbeitsumfeld zu geben. Das Gefühl ist von Anfang an ein anderes, ein positives. Es macht Spaß auf der Uni zu sein, auf der Uni ist Leben, ist Dynamik, ist auch Entwicklung - immerhin gehts um Bildung, was für mich, nach all den Erfahrungen umsomehr der Entwicklungsmotor ist.

Über unseren Umzug hat ja Andreas schon berichtet. Ich bin auch froh, unsere neuen „vier Wände“ so schnell gefunden zu haben und muss sagen, dass uns innerhalb der wenigen Wochen, trotz viel Arbeit, Reisen, ... gelungen ist sie sehr wohnlich zu machen. Ich fühle mich jetzt schon sehr wohl hier und dank der Nähe zu den Nachbarn gibts immer mal wieder eine neue mosambikanische Geschichte.

Ich wünsche euch eine angenehme Zeit und einen schönen Jahreswechsel! Von Weihnachten werden wir hier ja nichts merken, aber wir wünschen euch allen auch Frohe Weihnachten! Genießt alles was dazu gehört: die Kälte, das Aufwärmen in der warmen Stube, die Kerzen, das Zusammensein, ...

Ganz liebe Grüße!

Iris

Montag, 12. Dezember 2011

Über die Fehler der Anderen

... soll man sich ja eigentlich nicht lustig machen, aber der IT-Admin einer Fakultät hat seit Monaten einen Klassiker als Statusmeldung im Skype, leider mit einem klitzekleinen ortographischen Fehler:

"Thats not a bug, thats a future"

Für IT-Probleme in Mosambik triffts der Spruch vielleicht sogar besser als das Original.

Schmunzelnde Grüße,

Andreas

Samstag, 10. Dezember 2011

Angekommen in Ponta Gea

Grüß euch!

Nach langer Funkstille auf dieser Seite, die mittlerweile schon einige Ermahnungen hinsichtlich nicht gehaltener Versprechungen nach Aktualisierung aufgebracht haben, hier nun wiedermal ein Lebenszeichen von uns beiden.

Die lange schreiberische Auszeit war nicht ohne Grund, die letzten 2 Monate waren sehr arbeits- und zeitintensiv. Zum einen ja der bereits erwähnte Umzug, zum anderen war ich in den letzten Wochen viel auf Achse und mit meinem Team im halben Land unterwegs, um unsere Mission der Harmonisierung und Standardisierung der Buchhaltung und administrativen Prozesse umzusetzen.

Die UCM ist wie einigen von euch schon wissen ja nicht nur in Beira, unserer (mosambikanischen) Heimatstadt, sondern auch in 6 weiteren Städten in Zentral- und Nordmosambik vertreten. Um die Verwaltung und die extrem mangelhafte Kommunikation zwischen den Unidades Basicas (UBs) zu vereinfachen, wurden nun Regionaldirektoren eingesetzt, die von den Direktionen der einzelnen Fakultäten und Forschungszentren gewählt werden. Parallel dazu gibts laufend Conselhos, die „Räte“ der Uni, in der akademische und administrative (Conselho da Reitoria) sowie finanzwirtschaftliche (Conselho da Gestão Financeira) Agenden behandeln. In diesen Conselhos sollen nun die Fäden zusammenlaufen, Entscheidungen getroffen werden und die Strategien festgelegt werden. Dort wurden die Vorgaben und Standards besprochen und abgesegnet, die Arbeit ist nun bei uns drei (Ibraimo, Varilelo und mir) hängengeblieben und wir versuchen uns an der Implementierung.

Zu diesem Zweck haben wir die einzelnen Regionalzentren zusammengetrommelt und erste Workshops durchgeführt – meine Kollegen, allen voran Ibraimo, der irgendwo schon mal ordentliche Moderations- und Präsentationswerkzeuge in die Hände gelegt bekam, haben die neuen Standards in der Administration vorgetragen. Toll moderiert mit gruppendynamischen Übungen, Rollenspielen und geführten Diskussionen haben wir echt den jeweils 9-14 Direktoren, Administradoren und pädagogischen Leitern die neuen Standards näher gebracht. Ein Tag mit Basics der Buchhaltung und Controlling sowie deren Umsetzung mit unserer Software Primavera hat den Teilnehmern ein paar Lichtblicke für die Führung der Fakultäten geben können. Es war eine sehr positive Erfahrung, auf der einen Seite gute und motivierte Kollegen an seiner Seite wähnen zu können, und andererseits von den Big Bosses der Fakultäten positives Feedback über unsere Aufgabe der Definition ihrer Arbeitsbereiche zu bekommen...

Dies war nun der erste Schritt, der glücklicherweise gut gesessen hat. In den nächsten Wochen wird sich dann zeigen wieviel tatsächlich hängengeblieben ist. Mit Deadline 20.12. sollen wir alle Einzelbudgets der Fakultäten haben um in der ersten Februarwoche das OK der Bischöfe für die Realisierung zu bekommen. Falls wir das hinbekommen, bedeutet dies einen Meilenstein für die Finanzen der Uni, in diesem Jahr sind die letzten Budgets irgendwann Ende April reingeschneit, jedes einzelnen in einem anderen Format mit anderen Kategorien. Etwas pessimistischer bin ich schon was die Berichte über das laufende Jahr anbelangt, da die Buchhaltung an manchen Fakultäten im Norden noch immer exterm schlecht läuft, aber mal sehen es gibt auch in dieser Hinsicht Hoffnung.

Mein bisheriger Counterpart Domingos ist seit dieser Woche nun ebenfalls im Rektorat und kümmert sich bereits fleißig um die Belege dort, parallel wird er als Trainer und Berater für die Buchhaltung an den Fakultäten tätig sein.

Nun ja, auf der Uni läufts nun grad wirklich gut, die Entscheidung den Vertrag zu verlängern kann ich bisher nur positiv sehen. Denn auch im Privaten passts nun nach dem Umzug und anfänglichen Troubles mit der Nachbarschaft ganz gut.

Die Schwester unseres Nachbars parkt ihr Auto zwar noch immer gelegentlich vor unserem Tor, bisher war das für uns noch immer nicht wirklich ein Problem – lästig ja, in Österreich würden hier vermutlich schneller die Fetzen fliegen, aber als neue Nachbarn üben wir uns lieber noch in Geduld. Nach anfänglicher Skepsis über die neuen Brancos in der Nachbarschaft tauen die Anwohner und Kids rund um uns langsam auf, kleinere Spaziergänge mit dem Hund um die Nachbarschaft zu erkunden hinterlassen einen netten Eindruck unseres neuen Viertels und der Strand ist auch noch immer keine 10min zu Fuss weg.

Das Gästezimmer ist seit letztem Wochenende übrigens fertig eingerichtet – und tatsächlich hat sich nun endlich Besuch angekündigt. Mario wird im Frühjahr vorbeikommen was uns sehr freut. Internet haben wir noch immer nicht und ich freu mich schon drauf, den einen oder anderen bald mal wieder im Skype zu sehen.

Ich wünsch euch einen schönen Winter, wir sind grad auf der Suche nach einer neuen Klimaanlage...!

Liebe Grüße,

Andreas

PS: Fotos von der neuen Wohnung werden grad hochgeladen!

Sonntag, 13. November 2011

Bem vindo na Ponta Gea - die neue Soap, jede Woche aktuelle Folgen (versprochen!)

Ha, dank eines offenen WLAN's bei einem Nachbarn gibts in der neuen Wohnung sogar Internet - yessss!

Am Freitag hatten wir uns auf den bevorstehenden Umzug vorbereitet, und schon mal 3/4 der Wohnung in alle möglichen Behälter gestopft, die wir zur Verfügung hatten. Die 4 blauen Maischetonnen aus Österreich haben sich erneut als große Hilfe erwiesen, allerdings ist in zwei Jahren Mosambik doch noch einiges dazugekommen - Möbilar gar nicht eingerechnet.
Ach ja Möbilar: auch die Klimaanlagen werden auch als solches angesehen und meistens von einer Wohnung zur nächsten mitgenommen, das erklärt jetzt auch die oft nur notdürftig übermalten und hastig zugemauerten Löcher in den Wänden so mancher besichtigter Wohnung.
Gestern dann hat uns ein tatkräftiges Umzugsteam bestehend aus unseren beiden Guardas, Djonge, Maninho,Flora und Markus mit seinem Pick-Up beim Umsiedeln geholfen. Mittags war ein Großteil des Zeugs bereits in der neuen Wohnung zwischen Universidade Pedagogica und dem Mercado im Viertel "Ponta Gea".

Das war jetzt so im Groben die Vorgeschichte, nun zum Plot des Pilotfilms zur neuen Daily-Soap (auf brasiliansich Telenovela) die autobiografisch unsere Ankunft in Ponta Gea erzählt.

Die erste Nacht haben wir bereits hier verbracht, bis wir um etwa 1:00 von einem Abschleppwagen vor unserem Gartentor geweckt wurden - dieses Exemplar war nach allen hiesigen Künsten hochgepimpt und mit Sportauspuff versehen, wodurch es einen Höllenlärm zusätzlich zu den gelben Disco-Drehleuchten gemacht hat.
Erst hab ich mir nicht viel gedacht - die ersten 10min haben wir noch weitergedöst bis es dann doch etwas zu viel wurde. Nach genauerem Blick war dann noch ein Trupp Verkehrspolizisten ausgerückt und hat sich um halb 2 dazugesellt - ein Auto ist mit einer Kette weggezogen worden und wurde unter Bremsengestank und Motorgeheul über unseren Gehsteig abgeschleppt.
Absurd wurde es dann als unsere künftigen Vermieter gegenüber aus ihrem Auto ausstiegen und rübergekommen sind.

Ich muss vielleicht noch kurz ein paar Worte über die Wohnung und deren Besitzer und Nachbarn erzählen:
Die Schwester von Regionaldo, dem Bewohner im ersten Stock direkt über uns, hat ihr Auto direkt in unserer Einfahrt abgestellt und unseren Guarda Bernardo anscheinend sogar getreten - oder geschubst, so genau hab ich das leider nicht verstanden. Jedenfalls soll sie ihr Auto abgestellt haben wie sie das schon immer gemacht hat und warum sollte sie es jetzt anders machen. Das war so gegen 10, wir dank Umsiedeln fix und fertig und in tiefem Schlaf den selbst unser Guarda mit der Klingel nicht zu wecken vermachte.
Unsere Vermieterin hatte uns später dann, als der Abschleppwagen schon weg war, gesagt, mit der Schwester hätte sie schon einen längeren Clinch, da die Einfahrt und der Garten zum Erdgeschoss gehören - auch Vermittlungsgespräche mit ihrer Familie hätten der Schwester nicht zur Einsicht verholfen.
Ich weiß bis dato noch nicht, wer nun die Polizei und den Abschleppwagen gerufen hat aber dank Licht- und Lärmeffekte des tiefergelegten Abschleppwagens und dem Gestank nach Bremsbelägen ist nun sicher das ganze Bairro von unserem Einzug informiert worden.
Am nächsten Tag um halb 7 hab ich nochmal mit Bernardo, unserem Wächter gesprochen. Dabei ist der Nachbar rechts über uns heimgekommen. Sein Auto quer über den zugegebenerweise großzügigen Gehsteigs geparkt - eine Flasche 2M in der Hand dem Fahrersitz entsteigend:"Servus, wie geht's?"
Er (arbeitet sonst beim Zoll) is schon a bissl müde (6:30) und komme gerade (offensichtlich) von einem Fest, aber hat gehört hier hätts heut a bissl confusão (pt:"Verwirrung, Chaos") gegeben. Wenn das nämlich was mit ihm (leichtes Nicken zum ersten Stock) oder dessen Schwester zu tun hätte soll ich mir nicht zuviel denken, er hätte auch immer wieder Stunk mit ihnen. Wir quatschen später weiter, er muss sich ausruhen gehen - ich leg mich ebenfalls wieder ins Bett.
Um halb 10 nach Kaffee und Kuchen im einzigen Café in Ponta Gea (he, immerhin gibts eins!) hab ich dann noch unsere andere Nachbarin Casilda, die hinterm Haus in der Dependencia wohnt, beim Zeter und Mordio Rufen gehört.

Ich habe eigentlich gar nix für Soap-Operas übrig, aber diesmal war es sehr live und in 3D.

Sie - Casilda, werde nun beschuldigt, die Polizei gerufen zu haben, keine Ahnung ob sie's nun war oder nicht jedenfalls hätte sie ja erstens kein Guthaben und würde zweitens Guthaben nicht für so was ausgeben wie um die Polizei zu rufen und außerdem würde sie die Sache ja gar nix angehn.
Die Schwester hab ich auch mittlerweile kennengelernt, als sie um 10 gleich mit Papa und Mama ankam um nach dem Auto zu suchen - mit mir wollten sie nicht reden. Als sie wieder abgezogen sind hab ich mit ihrem Bruder geredet, der eigentlich ganz nett und ruhig war.

Nun denn, die Vermieterin hat heut nicht viel von sich hören lassen, die Sache mit dem Abschleppwagen war jedoch schon ein ziemlich interessantes Ankommen im neuen Viertel. Es ist nett hier und kommt uns ein ganzes Stückchen afrikanischer vor als das Wohnviertel, in dem wir die letzten beiden Jahre gewohnt haben - dank der dezenten Abwesenheit der klappernden Chapas und krähenden Hähnen ist es sogar erstaunlich ruhig hier.

Ich hoffe ich kann den Artikel noch abspeichern solang ich Netzzugang hab - bis bald jedenfalls wieder auf dieser Adresse, ich hoffe der Umzug kann wieder etwas neuen Wind in das verstaubte Postfach am Blog bringen.

Alles Liebe aus Mosambik,

Andreas & Iris

Freitag, 11. November 2011

Umzug

Liebe Leute,

ich habs leider noch nicht geschafft die angekündigten Kurznews mal weiter auszuführen. Da wir heut noch einiges vorhaben somit in aller Kürze:
Wir haben eine neue Wohnung gefunden und werden morgen umziehen, mal wieder - vorgestern am Abend beim Sundowner am Strand haben wir mal gezählt: Iris kommt auf mittlerweile 11 Wohnungen, ich auf 8 in denen wir im Laufe unseres anscheinenden Nomadenlebens gewohnt haben. Im Schnitt also alle 1,4 Jahre wechseln wir unsere Wohnungen - Studium und Jobwechsel sei dank...

Ein pikantes Detail am Rande: Bis dato hab ich noch immer länger mit Pirni als mit Iris zusammengewohnt...

Nun gut, wir packen jedenfalls heute unser Zeug zusammen und haben für morgen einen Pick-Up und ein paar Freunde (und natürlich unsere Guards) zusammengetrommelt um das Zeug auch in die neue Wohnung zu bringen. Da es dort noch keinen Telefonanschluss gibt und dies bekanntlich hier ein etwas längerer Prozess sein kann, werden wir wohl abends in nächster Zeit via Internet nicht erreichbar sein.

Nun aber wird eingepackt - euch allen ein schönes Wochenende, ich hab gehört der Winter lässt noch auf sich warten?

Liebe Grüße aus Mosambik, wir schwitzen!

Andreas & Iris