Hallo!
puhh - wir sind nachlässig... ja ich weiß aber versprochen, in den nächsten Tagen gibts wieder ausführliche Infos. In den letzten paar wochen gabs einige interessante Entwicklungen, aber mehr dazu später mal.
Zuerst mal die Postadresse von der Uni hier, falls uns jemand mal was schicken möchte (Mannerwaffeln und Flohbänder für Nhica sind herzlichst willkommen...):
Universidade Catolica de Mocambique
Faculdade de Cienca de Saude
c/o Andreas Ratzenböck
Rua Marques Soveral 960
CP 821
Beira Sofala
MOCAMBIQUE
Gut, werd mir demnächst mal ein ruhiges Stündchen genehmigen und ausführliche Infos niederschreiben.
Herzlichste Grüße in den kalten Norden (ich schwitze schon beim Tippen...),
Andreas
Montag, 26. Oktober 2009
Montag, 19. Oktober 2009
Update Oktober
Ja Hallo mal wieder,
schaue grade aus dem Fenster wie die Regentropfen nur so runterprasseln, so könnte also hier die Regenzeit aussehen...
Wir machen uns heute auf den Weg zum Horizont3000-Regionaltreffen, mit anschließendem Besuch im Gorongos Nationalpark - quasi der Hauspark von Beira.
Hab grad festgestellt dass seit dem Trip nach Simbabwe nix mehr geschrieben wurde - also gibts nach der Rückkehr nächsten Montag dafür dann geballte Ladung. Fotos aus Simbabwe sind übrigens schon online!
Also dann, atè logo!
Liebe Grüße,
Andreas & Iris
schaue grade aus dem Fenster wie die Regentropfen nur so runterprasseln, so könnte also hier die Regenzeit aussehen...
Wir machen uns heute auf den Weg zum Horizont3000-Regionaltreffen, mit anschließendem Besuch im Gorongos Nationalpark - quasi der Hauspark von Beira.
Hab grad festgestellt dass seit dem Trip nach Simbabwe nix mehr geschrieben wurde - also gibts nach der Rückkehr nächsten Montag dafür dann geballte Ladung. Fotos aus Simbabwe sind übrigens schon online!
Also dann, atè logo!
Liebe Grüße,
Andreas & Iris
Donnerstag, 24. September 2009
Out of Mosambik
Liebe Freunde und eifrige Mitleser,
wir sind dieses Wochenende unterwegs und fahren nach Simbabwe, von Europa aus gesehen wiedermal eine halbe Weltreise in die Tiefen des afrikanischen Kontinents, von Beira aus eine 4 Stundenfahrt mit dem tiefsinnigen Zweck, das Visum von Iris neu ausstellen zu lassen da das alte nächste Woche ausläuft.
Bitte also nicht wundern wenn wir telefonisch und sonstwie nicht erreichbar sind.
Geplante Tour: Heute nach Mutare, morgen Botschaftskram erledigen, Wochende am Vumba-Mountain, eventuell noch das Umland von Mutare erkunden. Montag oder Dienstag Rückfahrt nach Chimoio um dort die Fakultät der UCM zu besuchen (damit ist auch meine Fahrt gerechtfertigt...)
Nachdem was wir bisher über Simbabwe, einstige Kornkammer und Vorzeigestaat des südlichen Afrikas gehört haben, sind wir schon sehr gespannt. Eine andere Welt soll es sein, im Vergleich zu Mosambik. Allerdings halt durch die Misswirtschaft des Diaktators Mugabe mittlerweile ausgesaugt, die Inflation im letzten Jahr betrug einige Millionen (!!!) Prozent, die lokale Währung wurde abgeschafft und der US-$ ist nun offizielles Zahlungs- und Bestechungsmittel.
Vamos ver, schaun ma mal...
Also dann, nächste Woche gibts dann ein paar Eindrücke aus Simbabwe (dort soll es Flohbänder geben, das wird ganz besonders unserem Hündchen gefallen :-) )
Alles Liebe,
Andreas & Iris
wir sind dieses Wochenende unterwegs und fahren nach Simbabwe, von Europa aus gesehen wiedermal eine halbe Weltreise in die Tiefen des afrikanischen Kontinents, von Beira aus eine 4 Stundenfahrt mit dem tiefsinnigen Zweck, das Visum von Iris neu ausstellen zu lassen da das alte nächste Woche ausläuft.
Bitte also nicht wundern wenn wir telefonisch und sonstwie nicht erreichbar sind.
Geplante Tour: Heute nach Mutare, morgen Botschaftskram erledigen, Wochende am Vumba-Mountain, eventuell noch das Umland von Mutare erkunden. Montag oder Dienstag Rückfahrt nach Chimoio um dort die Fakultät der UCM zu besuchen (damit ist auch meine Fahrt gerechtfertigt...)
Nachdem was wir bisher über Simbabwe, einstige Kornkammer und Vorzeigestaat des südlichen Afrikas gehört haben, sind wir schon sehr gespannt. Eine andere Welt soll es sein, im Vergleich zu Mosambik. Allerdings halt durch die Misswirtschaft des Diaktators Mugabe mittlerweile ausgesaugt, die Inflation im letzten Jahr betrug einige Millionen (!!!) Prozent, die lokale Währung wurde abgeschafft und der US-$ ist nun offizielles Zahlungs- und Bestechungsmittel.
Vamos ver, schaun ma mal...
Also dann, nächste Woche gibts dann ein paar Eindrücke aus Simbabwe (dort soll es Flohbänder geben, das wird ganz besonders unserem Hündchen gefallen :-) )
Alles Liebe,
Andreas & Iris
Donnerstag, 17. September 2009
Mosambik und seine Menschen
Auch ich versuche wiedereinmal alle Eindrücke und Erlebnisse in einen Bericht zu packen - kürzer ist leider unmöglich :-)
Da wir nun schon länger als zwei Monate hier sind erleben wir so Manches, was am Anfang besonders war, als normal. Man gewöhnt sich ziemlich schnell an seine neue Umgebung, natürlich erleben wir aber immer noch überraschende Momente in der Begegnung mit Menschen aus Mosambik. Die Sprachbarriere spielt immer noch eine Rolle und erweckt immer wieder das Gefühl von neuem, dass man manche Begegnungen die sehr spannend sind, nicht so richtig ausschöpfen kann. Könnte man doch alles was einem erzählt wird verstehen und die eine oder andere Frage daran knüpfen, die dann die nächste Erzählung ins Rollen bringt – das Erleben wäre um so vieles reicher! Andererseits schützt die Sprachbarriere vielleicht auch vor allzu schnellem eintauchen in die andere Kultur – das Erleben ist ohnehin so schon reich genug.
Am Wochenende haben wir unseren ersten Off-Road-Ausflug in die Umgebung von Beira gemacht. Wir haben Djonge auf der Suche nach dem geeigneten Djembenholz in die Wälder und Dörfer von Savane begleitet. Djonge ist schon lange mit Hani, einer Kollegin, befreundet und ist ein meisterhafter Trommler und zeigt uns wie man eine Djembe vom ersten Augenblick an herstellt. (Danach gibt er uns hoffentlich auch noch solange Trommelunterricht, bis wir gut mit dem Instrument umgehen können ☺.)
Nachdem wir ein paar Bauern besucht haben, mit denen Djonge über Preis und Qualität des Trommelkörpers verhandelt hat, hat uns der letzte Bauer zum Regulo begleitet, bei dem wir schließlich zelten wollten. An einem Regulo geht in Mosambik nichts vorbei. Alles muss mit diesem abgeklärt werden. Der Bauer hätte uns nicht einfach erlauben können auf seinem Grundstück zu campieren, alles muss vorher mit dem Regulo abgeklärt werden. Ein Regulo ist so was wie ein Bürgermeister, der jedoch nicht politisch eingesetzt wird, sondern aufgrund von Tradition. Er beeinflusst alle Entscheidungen, die in seinem Gebiet getroffen werden.
Also fuhren wir eine weitere Stunde durch das Gelände zum Haus des Regulo.
Dort angekommen überreichten wir Gastgeschenke und stellten uns vor – Hani und Djonge, die Portugiesisch beherrschen, erklärten den Grund unseres Hierseins und baten den Regulo um einen Platz zum Campen. Er erlaubte es.
Am Anfang fühlten wir uns nicht wohl. Es ist ungewohnt, bei jeder Kleinigkeit den Regulo um Erlaubnis zu fragen. Die anderen Männer, Frauen und Kinder konnten keine Stellung beziehen, ihnen war nicht erlaubt irgendetwas zu entscheiden. Der Regulo wirkte außerdem sauer, weil Hani auf seine Frage, wo ihr Patrao (=Herr) sei, geantwortet hat, dass sie ihr eigener Patrao ist. Etwas völlig unverständliches für den Regulo. Gleich nach den ersten Sätzen prallte bei dieser Begegnung die zutiefst hierarchisch strukturierte Haltung des Regulos in dessen Augen Frauen als Besitz gelten und er sicherlich mehr als drei hat, mit der selbstverständlichen – und europäischen Haltung von Hani aufeinander, dass jeder Mensch fei ist selbst zu entscheiden.
Hani und Djonge wussten jedoch auch, wie sie die Situation wieder retten konnten. Wir gingen zum nächsten Haus, wo wir Getränke kaufen konnten. Die Männer konnten mit 8 Flaschen Schnaps ohne weiteres freundlich gestimmt werden und waren am Ende des Abends auch ziemlich betrunken.
Im Laufe des Abends erfuhren wir, dass gerade eine Trauerfeier abgehalten wurde, da die vier Monate alte Tochter des Regulo am Montag verstorben war. Durch unser erscheinen haben wir die Trauerfeier des Dorfes ohne es selbst zu wissen in ein unerwartetes Spektakel verwandelt. Andreas hat seine Feuerpois ausgepackt und hat alle damit beeindruckt. Ich fühlte mich umso mehr in eine magische Welt versetzt. Die Hütten, die nur durch den Widerschein des Feuers erhellt wurden, die Lagerfeuer von denen aus die Menschen dem Feuerspiel zusahen. Die Frauen saßen um ein eigenes Feuer, die Männer ein Stück entfernt um ein anderes. Dazwischen die Hunde, die Kinder. Wir Fremden saßen bei den Männern. Dann servierten die Frauen für uns das Huhn, das sie zwei Stunden vorher für uns geschlachtet haben. Unser Hunger war schon ziemlich groß, ganz klar, dass es ausgezeichnet schmeckte.
Nhica machte der Ausflug ganz besonders Spaß, er konnte mit anderen Hunden herumtoben, Hühner jagen und die Umgebung erkunden. Er hat uns gezeigt, dass er ein toller Outdoor-Hund ist und jedes Abenteuer mitmacht.
In der Stadt läuft zum Glück vieles anders. Von so extremen hierarchischen Strukturen bekommen wir hier unmittelbar nichts mit. Auch wenn der Führungsstil mancher Vorgesetzter gegenüber den Einheimischen manchmal sehr herrisch ist, und die Angestellten widerrum sich wie Untergebene verhalten. Auch Andreas ist für unsere Guardas der Patrao. Volkmar, ein H3 Kollege, wollte seinem Guarda abgewöhnen ihn „Patrao“ zu nennen. Seither nennt er ihn Boss. Ansonsten merkt man doch mehr Offenheit und Freigeist.
Was lange nicht heißt, dass das Leben so verläuft, wie bei uns. Insbesondere auf ein anderes Zeittempo müssen wir uns einstellen. Nicht nur, dass wir plötzlich eine Unmenge an Zeit zur Verfügung haben, viele andere Dinge brauchen ebenfalls viel Zeit. Seit Wochen warten wir nun auf unseren Internetanschluss. Seit zwei Tagen haben wir nun endlich eine Leitung, seither warten wir aber, dass sie frei geschaltet wird.
Heute (16.09.09) konnten wir endlich ein Regal von einem Tischler abholen, auf das wir ebenfalls schon seit Wochen warten. Angesichts seiner Möglichkeiten und seiner nur dürftig ausgestatteten Werkstatt ist es andererseits auch wieder toll, dass er es in „nur“ Vier Wochen bauen konnte.
Im Notfall kann es dann aber wieder überraschend schnell gehen. Letzte Woche ist unsere Wasserpumpe ausgefallen. Ich habe mich schon darauf eingestellt nun ein, zwei Tage kein Wasser im Haus zu haben. Nach einem Telefonat mit der Hausverwalterin sind die Handwerker dann schon nach einer Stunde da gewesen und haben die Pumpe in kurzer Zeit repariert.
Anekdoten gibt es noch unzählige zu erzählen.
Ich freue mich auch über eure Geschichten und Neuigkeiten aus Österreich (Schweden oder Amerika)!
Liebe Grüße!
Iris und Andreas
PS.: nun kann ich doch noch gleich die frohe Botschaft verkünden: das Internet funktioniert endlich! Ab sofort sind wir wieder von zuhause aus mit der "Welt" vernetzt :-).
Da wir nun schon länger als zwei Monate hier sind erleben wir so Manches, was am Anfang besonders war, als normal. Man gewöhnt sich ziemlich schnell an seine neue Umgebung, natürlich erleben wir aber immer noch überraschende Momente in der Begegnung mit Menschen aus Mosambik. Die Sprachbarriere spielt immer noch eine Rolle und erweckt immer wieder das Gefühl von neuem, dass man manche Begegnungen die sehr spannend sind, nicht so richtig ausschöpfen kann. Könnte man doch alles was einem erzählt wird verstehen und die eine oder andere Frage daran knüpfen, die dann die nächste Erzählung ins Rollen bringt – das Erleben wäre um so vieles reicher! Andererseits schützt die Sprachbarriere vielleicht auch vor allzu schnellem eintauchen in die andere Kultur – das Erleben ist ohnehin so schon reich genug.
Am Wochenende haben wir unseren ersten Off-Road-Ausflug in die Umgebung von Beira gemacht. Wir haben Djonge auf der Suche nach dem geeigneten Djembenholz in die Wälder und Dörfer von Savane begleitet. Djonge ist schon lange mit Hani, einer Kollegin, befreundet und ist ein meisterhafter Trommler und zeigt uns wie man eine Djembe vom ersten Augenblick an herstellt. (Danach gibt er uns hoffentlich auch noch solange Trommelunterricht, bis wir gut mit dem Instrument umgehen können ☺.)
Nachdem wir ein paar Bauern besucht haben, mit denen Djonge über Preis und Qualität des Trommelkörpers verhandelt hat, hat uns der letzte Bauer zum Regulo begleitet, bei dem wir schließlich zelten wollten. An einem Regulo geht in Mosambik nichts vorbei. Alles muss mit diesem abgeklärt werden. Der Bauer hätte uns nicht einfach erlauben können auf seinem Grundstück zu campieren, alles muss vorher mit dem Regulo abgeklärt werden. Ein Regulo ist so was wie ein Bürgermeister, der jedoch nicht politisch eingesetzt wird, sondern aufgrund von Tradition. Er beeinflusst alle Entscheidungen, die in seinem Gebiet getroffen werden.
Also fuhren wir eine weitere Stunde durch das Gelände zum Haus des Regulo.
Dort angekommen überreichten wir Gastgeschenke und stellten uns vor – Hani und Djonge, die Portugiesisch beherrschen, erklärten den Grund unseres Hierseins und baten den Regulo um einen Platz zum Campen. Er erlaubte es.
Am Anfang fühlten wir uns nicht wohl. Es ist ungewohnt, bei jeder Kleinigkeit den Regulo um Erlaubnis zu fragen. Die anderen Männer, Frauen und Kinder konnten keine Stellung beziehen, ihnen war nicht erlaubt irgendetwas zu entscheiden. Der Regulo wirkte außerdem sauer, weil Hani auf seine Frage, wo ihr Patrao (=Herr) sei, geantwortet hat, dass sie ihr eigener Patrao ist. Etwas völlig unverständliches für den Regulo. Gleich nach den ersten Sätzen prallte bei dieser Begegnung die zutiefst hierarchisch strukturierte Haltung des Regulos in dessen Augen Frauen als Besitz gelten und er sicherlich mehr als drei hat, mit der selbstverständlichen – und europäischen Haltung von Hani aufeinander, dass jeder Mensch fei ist selbst zu entscheiden.
Hani und Djonge wussten jedoch auch, wie sie die Situation wieder retten konnten. Wir gingen zum nächsten Haus, wo wir Getränke kaufen konnten. Die Männer konnten mit 8 Flaschen Schnaps ohne weiteres freundlich gestimmt werden und waren am Ende des Abends auch ziemlich betrunken.
Im Laufe des Abends erfuhren wir, dass gerade eine Trauerfeier abgehalten wurde, da die vier Monate alte Tochter des Regulo am Montag verstorben war. Durch unser erscheinen haben wir die Trauerfeier des Dorfes ohne es selbst zu wissen in ein unerwartetes Spektakel verwandelt. Andreas hat seine Feuerpois ausgepackt und hat alle damit beeindruckt. Ich fühlte mich umso mehr in eine magische Welt versetzt. Die Hütten, die nur durch den Widerschein des Feuers erhellt wurden, die Lagerfeuer von denen aus die Menschen dem Feuerspiel zusahen. Die Frauen saßen um ein eigenes Feuer, die Männer ein Stück entfernt um ein anderes. Dazwischen die Hunde, die Kinder. Wir Fremden saßen bei den Männern. Dann servierten die Frauen für uns das Huhn, das sie zwei Stunden vorher für uns geschlachtet haben. Unser Hunger war schon ziemlich groß, ganz klar, dass es ausgezeichnet schmeckte.
Nhica machte der Ausflug ganz besonders Spaß, er konnte mit anderen Hunden herumtoben, Hühner jagen und die Umgebung erkunden. Er hat uns gezeigt, dass er ein toller Outdoor-Hund ist und jedes Abenteuer mitmacht.
In der Stadt läuft zum Glück vieles anders. Von so extremen hierarchischen Strukturen bekommen wir hier unmittelbar nichts mit. Auch wenn der Führungsstil mancher Vorgesetzter gegenüber den Einheimischen manchmal sehr herrisch ist, und die Angestellten widerrum sich wie Untergebene verhalten. Auch Andreas ist für unsere Guardas der Patrao. Volkmar, ein H3 Kollege, wollte seinem Guarda abgewöhnen ihn „Patrao“ zu nennen. Seither nennt er ihn Boss. Ansonsten merkt man doch mehr Offenheit und Freigeist.
Was lange nicht heißt, dass das Leben so verläuft, wie bei uns. Insbesondere auf ein anderes Zeittempo müssen wir uns einstellen. Nicht nur, dass wir plötzlich eine Unmenge an Zeit zur Verfügung haben, viele andere Dinge brauchen ebenfalls viel Zeit. Seit Wochen warten wir nun auf unseren Internetanschluss. Seit zwei Tagen haben wir nun endlich eine Leitung, seither warten wir aber, dass sie frei geschaltet wird.
Heute (16.09.09) konnten wir endlich ein Regal von einem Tischler abholen, auf das wir ebenfalls schon seit Wochen warten. Angesichts seiner Möglichkeiten und seiner nur dürftig ausgestatteten Werkstatt ist es andererseits auch wieder toll, dass er es in „nur“ Vier Wochen bauen konnte.
Im Notfall kann es dann aber wieder überraschend schnell gehen. Letzte Woche ist unsere Wasserpumpe ausgefallen. Ich habe mich schon darauf eingestellt nun ein, zwei Tage kein Wasser im Haus zu haben. Nach einem Telefonat mit der Hausverwalterin sind die Handwerker dann schon nach einer Stunde da gewesen und haben die Pumpe in kurzer Zeit repariert.
Anekdoten gibt es noch unzählige zu erzählen.
Ich freue mich auch über eure Geschichten und Neuigkeiten aus Österreich (Schweden oder Amerika)!
Liebe Grüße!
Iris und Andreas
PS.: nun kann ich doch noch gleich die frohe Botschaft verkünden: das Internet funktioniert endlich! Ab sofort sind wir wieder von zuhause aus mit der "Welt" vernetzt :-).
Montag, 14. September 2009
Update September
Hallo liebe Leute,
nachdem wir leider immer noch keinen Webzugang zu Hause haben, gibts die Infos aus Beira wiedermal etwas später dafür aber in geballter Ladung :-)
Im letzten Monat war für uns weiter Setteln angesagt, Haus weiter einrichten und zahlreiche Behördengänge zu erledigen.
Die ganzen Kleinigkeiten fressen ganz schön viel Zeit auf, beispielsweise das Anmelden und Versichern des Autos braucht einen Zeitaufwand von mehreren Tagen über insgesamt zwei Wochen verteilt. Der Kaufvertrag muss notariell beglaubtigt werden (war mal mittags beim Notar, angesichts der Menge von etwa wartenden - d.h. im Pulk herumstehenden und schreienden 50 Personen bin ich wieder gegangen), anschließend beim Verkehrsamt abgegeben und bearbeitet werden. Eine Woche später kann man dann den Zulassungsschein abholen und zur Versicherung fahren, um die Haftpflichtversicherung abzuschließen, was wieder einen halben Vormittag in Anspruch nimmt. Steuern und die Radiogebühren hab ich noch nicht bezahlt - hab ich erst gestern erfahren dass das auch noch nötig ist... wird wohl wieder ein Lauf von Ponitus zu Pilatus.
Ähnlich schnell schreitet auch unsere Telefonleitung/Internetanmeldung voran. Man braucht hier einfach immer zig Termin bis ein paar Zetteln ausgefüllt und abgestempelt werden, Geduld ist eine Tugend heißt es und von dieser braucht man hier echt mehr als genug.
Dank Nhica, unserm Hund, sind wir quasi gezwungen fast täglich einen ausgedehnten Spaziergang zu machen. Der Kleine liebt den Strand ebenso wie wir - nachdem dieser auch nur einen Katzensprung von der Haustüre entfernt liegt wandern wir meist den langen Sandstrand auf und ab. Ein Grund, warum Nhica den Strand wohl so gern hat sind die zahlreichen Fischreste von den Fischern. Vorletzte Woche allerdings hat er sich ein wenig übernommen und zu viel oder das falsche Zeug erwischt und sich einen Nachmittag lang erbrochen, hoffentlich eine Lehre nicht mehr alles anzurühren was hier so herumliegt...
An den Wochenenden waren wir sehr aktiv, haben den Hausstrand von Beira erkundet (Rio Savane, ein kitschig netter Palmensandstrand mit Campinggelegenheit und Bungalows 30km vor Beira). Waren auf dem Festival de Arte de Young Africa und haben dieses Wochenende unsere Offroad-Taufe hinter uns gebracht und einen ausgedehnten Ausflug in den Busch unternommen. Zur weiteren Erläuterung der Ausflüge gibts eine Menge neuer Fotos mit entsprechenden Kommentaren.
Viel Spaß mit den Fotos!
http://www.flickr.com/photos/ratzi/sets/72157622364798316/
Würden uns auch mal über die eine oder andere Nachricht von euch freuen - bis bald mal wieder,
Andreas und Iris
nachdem wir leider immer noch keinen Webzugang zu Hause haben, gibts die Infos aus Beira wiedermal etwas später dafür aber in geballter Ladung :-)
Im letzten Monat war für uns weiter Setteln angesagt, Haus weiter einrichten und zahlreiche Behördengänge zu erledigen.
Die ganzen Kleinigkeiten fressen ganz schön viel Zeit auf, beispielsweise das Anmelden und Versichern des Autos braucht einen Zeitaufwand von mehreren Tagen über insgesamt zwei Wochen verteilt. Der Kaufvertrag muss notariell beglaubtigt werden (war mal mittags beim Notar, angesichts der Menge von etwa wartenden - d.h. im Pulk herumstehenden und schreienden 50 Personen bin ich wieder gegangen), anschließend beim Verkehrsamt abgegeben und bearbeitet werden. Eine Woche später kann man dann den Zulassungsschein abholen und zur Versicherung fahren, um die Haftpflichtversicherung abzuschließen, was wieder einen halben Vormittag in Anspruch nimmt. Steuern und die Radiogebühren hab ich noch nicht bezahlt - hab ich erst gestern erfahren dass das auch noch nötig ist... wird wohl wieder ein Lauf von Ponitus zu Pilatus.
Ähnlich schnell schreitet auch unsere Telefonleitung/Internetanmeldung voran. Man braucht hier einfach immer zig Termin bis ein paar Zetteln ausgefüllt und abgestempelt werden, Geduld ist eine Tugend heißt es und von dieser braucht man hier echt mehr als genug.
Dank Nhica, unserm Hund, sind wir quasi gezwungen fast täglich einen ausgedehnten Spaziergang zu machen. Der Kleine liebt den Strand ebenso wie wir - nachdem dieser auch nur einen Katzensprung von der Haustüre entfernt liegt wandern wir meist den langen Sandstrand auf und ab. Ein Grund, warum Nhica den Strand wohl so gern hat sind die zahlreichen Fischreste von den Fischern. Vorletzte Woche allerdings hat er sich ein wenig übernommen und zu viel oder das falsche Zeug erwischt und sich einen Nachmittag lang erbrochen, hoffentlich eine Lehre nicht mehr alles anzurühren was hier so herumliegt...
An den Wochenenden waren wir sehr aktiv, haben den Hausstrand von Beira erkundet (Rio Savane, ein kitschig netter Palmensandstrand mit Campinggelegenheit und Bungalows 30km vor Beira). Waren auf dem Festival de Arte de Young Africa und haben dieses Wochenende unsere Offroad-Taufe hinter uns gebracht und einen ausgedehnten Ausflug in den Busch unternommen. Zur weiteren Erläuterung der Ausflüge gibts eine Menge neuer Fotos mit entsprechenden Kommentaren.
Viel Spaß mit den Fotos!
http://www.flickr.com/photos/ratzi/sets/72157622364798316/
Würden uns auch mal über die eine oder andere Nachricht von euch freuen - bis bald mal wieder,
Andreas und Iris
Freitag, 14. August 2009
FUSA
Mal sehen, wie lange mein Bericht – der schon überfällig ist - werden kann. Zum erzählen gibt es viel, aber ich muss nebenbei darauf achten, dass unser kleiner Hund Nhica nicht die Kabeln durchknappert. Nhica (= Schona: Erde, Welt) ist seit letzten Samstag bei uns und versüßt durch seine Anwesenheit unser neues Heim.
Wie Andreas schon erzählt hat, haben wir uns schon behaglich eingerichtet, ein Haus mit kleinem Garten mitten in Palmeiras, ein ruhiger und angenehmer Teil Beiras, in der Nähe das Meer – der Platz ist wirklich geeignet für die nächsten zwei Jahre unsere „Insel“ zu sein.
Es überrascht mich, wie schnell wir uns häuslich eingerichtet haben. Innerhalb kürzester Zeit haben wir alle notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen, die hier dazugehören, um angenehm und sicher leben zu können.
Dazu gehört auch Beth, unsere Empregada, die jetzt schon die gute Seele des Hauses ist, sich um die Wäsche und den Haushalt kümmert und nebenbei zaubert sie zu Mittag noch ein mosambikanisches Gericht auf unseren Tisch.
Und dazu gehört auch Bernardo der Guarda, der nachts Wache hält. Das hört sich nach unerschwinglichem Luxusleben an, und um ehrlich zu sein: so angenehm habe ich auch noch nie gewohnt. Dazu kommt noch, dass mein Arbeitsleben zurzeit noch so gut wie nicht existiert.
Am Montag war mein erster Arbeitstag bzw. wäre eigentlich mein erster Arbeitstag gewesen. Wahrscheinlich erlebe ich gerade einen typisch mosambikanischen Projektstart. Vor zwei Wochen habe ich mit Senhor Simonini, dem Leiter von FUSA, einen Plan ausgearbeitet, wie mein Einstieg ablaufen soll. Am Programm stand zwei Wochen lang jeden Tag mindestens drei Partnerorganisationen besuchen und kennenlernen. Ich war überrascht über die effiziente und vorrausschauende Vorgehensweise von Simonini. Nun ist von dem Plan vorerst nichts übrig.
Am Montag wartete ich wie vereinbart um 9 h im Horizont 3000 Büro. Vorsichtshalber habe ich meinen Krimi eingepackt, da ich schon die Erfahrung gemacht habe, dass Simonini gerne zu spät kommt. An diesem ersten Tag ist er nicht erschienen, telefonisch war er ebenfalls nicht erreichbar. Am Abend erhielt ich eine Rückmeldung auf mein SMS: er habe sich den ganzen Tag um meine Papiere gekümmert.
Am Dienstag sagte er mir telefonisch, dass wir unseren Plan ändern müssen, warum weiß ich nicht, weil dann die Verbindung abriss. Aber zumindest funktionierte die Kommunikation an diesem Tag via SMS.
Heute (5.8.09) habe ich ihn schließlich tatsächlich getroffen – für eine Stunde. Die wichtigsten Dinge haben wir besprochen (er ist gerade dran mein Arbeitsvisum zu organisieren, was in Mosambik nicht gerade unkompliziert ist), dann war er schon wieder weg mit den Worten er wird sich bei mir melden, wenn er bei der Direccao de Trabalho fertig ist. Daher war ich wieder um 10 h zuhause und anschließend entpuppte sich dieser Tag auch wieder als ein Freier.
Von meiner Partnerorganisation FUSA kenne ich bis jetzt nur den Leiter Simonini. (FUSA = United Family for Solidarity in Africa) Simonini sucht gerade ein neues Büro, daher gibt es nicht den Ort wo ich selbstständig hingehen kann um schon mal Kollegen zu treffen. Grundsätzlich ist FUSA aber eine sehr interessante Organisation. Sie arbeiten an einer Schnittstelle mit vielen anderen Partnerorganisationen, die ebenfalls mit spezifischen Gruppen (Blinde, Taube, körperlich und geistig behinderte Menschen etc.) arbeiten. Der Schwerpunkt und ich schätze auch die Stärke von FUSA ist es Ausbildungen und Kurse für Klienten dieser Organisationen durchzuführen. Und dass ist in Mosambik auch dringend notwendig, da es ansonsten keine sonderpädagogische Förderung gibt. Behinderte Kinder oder Kinder von behinderten Eltern die auf der Straße leben haben daher auch schlechte oder gar keine Bildung. Das Arbeitsfeld scheint also unermesslich groß zu sein.
In dem Organigramm, das mir Simonini am Anfang zur Erläuterung gegeben hat, erkennt man wahrscheinlich vor allem die Fußabdrücke der Entwicklungshelfer die vor mir mit FUSA gearbeitet haben. Auch die Berichte lesen sich sehr wohlwollend in einer Arbeitssprache, wie man sie auch in europäischen Berichten kennt.
So war ich nach dem ersten Gespräch mit Simonini ziemlich beeindruckt und überrascht. Der Hintergrund und auch die konkrete Arbeit von FUSA ist aber immer noch nicht greifbar, da mir die Informationen wie Sand zwischen den Fingern entgleiten, und auch Simonini kurze Zeit später wieder verschwunden ist. Nach den ersten Erfahrungen ist klar, dass es erst einmal darum gehen muss einen Fuß in die Organisation zu bekommen. Wohlbekannte Beziehungsarbeit also, die mitunter auch nachgehend sein muss, ähnlich wie bei den Familien mit denen ich in Österreich gearbeitet habe, nur dass mein neuer Klient eine afrikanische Organisation ist.
Also verbringe ich zur Zeit die Tage damit, mich mindestens einmal in eine der Chapas (Sammeltaxis) hineinzuquetschen und auf einem der Märkte oder Shops Besorgungen zu machen und danach ist auch immer noch viel Zeit die Seele baumeln zu lassen, Bücher zu lesen, mit dem kleinen Hund zu spielen und einfach die Stadt und das Leben hier auf mich wirken zu lassen. Beira gefällt mir ziemlich gut. Es ist eine vielseitige, lebendige Stadt mit einem entspannten Tempo. Andreas und ich sind in der österreichisch-deutschen Community, die sich hier mittlerweile gefunden hat, gut aufgehoben. Wir haben schon mehrere Abende damit verbracht Karten zu spielen und ansonsten findet sich auch immer eine gemeinsame Unternehmung. Das Klima ist auch gerade sehr angenehm. Während es die ersten beiden Wochen, die wir hier waren ungewöhnlich oft für die Trockenzeit geregnet hat und auch kalt war, hat sich das Wetter nun wieder normalisiert. Es ist sonnig, die Temperaturen klettern untertags auf ca. 25 Grad. Manchmal sind Tage dabei die etwas heißer sind und eine Vorahnung erwecken, wie die stickig schwülen Sommertage in Beira dann sein werden.

Ich hoffe auch das Wetter in Österreich hat sich inzwischen normalisiert und ihr könnt einen halbwegs trockenen und sonnigen Sommer genießen!
Ich freue mich über eure Nachrichten aus Österreich und schicke auf diesen Weg liebe Grüße!
Iris
Wie Andreas schon erzählt hat, haben wir uns schon behaglich eingerichtet, ein Haus mit kleinem Garten mitten in Palmeiras, ein ruhiger und angenehmer Teil Beiras, in der Nähe das Meer – der Platz ist wirklich geeignet für die nächsten zwei Jahre unsere „Insel“ zu sein.
Es überrascht mich, wie schnell wir uns häuslich eingerichtet haben. Innerhalb kürzester Zeit haben wir alle notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen, die hier dazugehören, um angenehm und sicher leben zu können.
Dazu gehört auch Beth, unsere Empregada, die jetzt schon die gute Seele des Hauses ist, sich um die Wäsche und den Haushalt kümmert und nebenbei zaubert sie zu Mittag noch ein mosambikanisches Gericht auf unseren Tisch.
Und dazu gehört auch Bernardo der Guarda, der nachts Wache hält. Das hört sich nach unerschwinglichem Luxusleben an, und um ehrlich zu sein: so angenehm habe ich auch noch nie gewohnt. Dazu kommt noch, dass mein Arbeitsleben zurzeit noch so gut wie nicht existiert.
Am Montag war mein erster Arbeitstag bzw. wäre eigentlich mein erster Arbeitstag gewesen. Wahrscheinlich erlebe ich gerade einen typisch mosambikanischen Projektstart. Vor zwei Wochen habe ich mit Senhor Simonini, dem Leiter von FUSA, einen Plan ausgearbeitet, wie mein Einstieg ablaufen soll. Am Programm stand zwei Wochen lang jeden Tag mindestens drei Partnerorganisationen besuchen und kennenlernen. Ich war überrascht über die effiziente und vorrausschauende Vorgehensweise von Simonini. Nun ist von dem Plan vorerst nichts übrig.
Am Montag wartete ich wie vereinbart um 9 h im Horizont 3000 Büro. Vorsichtshalber habe ich meinen Krimi eingepackt, da ich schon die Erfahrung gemacht habe, dass Simonini gerne zu spät kommt. An diesem ersten Tag ist er nicht erschienen, telefonisch war er ebenfalls nicht erreichbar. Am Abend erhielt ich eine Rückmeldung auf mein SMS: er habe sich den ganzen Tag um meine Papiere gekümmert.
Am Dienstag sagte er mir telefonisch, dass wir unseren Plan ändern müssen, warum weiß ich nicht, weil dann die Verbindung abriss. Aber zumindest funktionierte die Kommunikation an diesem Tag via SMS.
Heute (5.8.09) habe ich ihn schließlich tatsächlich getroffen – für eine Stunde. Die wichtigsten Dinge haben wir besprochen (er ist gerade dran mein Arbeitsvisum zu organisieren, was in Mosambik nicht gerade unkompliziert ist), dann war er schon wieder weg mit den Worten er wird sich bei mir melden, wenn er bei der Direccao de Trabalho fertig ist. Daher war ich wieder um 10 h zuhause und anschließend entpuppte sich dieser Tag auch wieder als ein Freier.
Von meiner Partnerorganisation FUSA kenne ich bis jetzt nur den Leiter Simonini. (FUSA = United Family for Solidarity in Africa) Simonini sucht gerade ein neues Büro, daher gibt es nicht den Ort wo ich selbstständig hingehen kann um schon mal Kollegen zu treffen. Grundsätzlich ist FUSA aber eine sehr interessante Organisation. Sie arbeiten an einer Schnittstelle mit vielen anderen Partnerorganisationen, die ebenfalls mit spezifischen Gruppen (Blinde, Taube, körperlich und geistig behinderte Menschen etc.) arbeiten. Der Schwerpunkt und ich schätze auch die Stärke von FUSA ist es Ausbildungen und Kurse für Klienten dieser Organisationen durchzuführen. Und dass ist in Mosambik auch dringend notwendig, da es ansonsten keine sonderpädagogische Förderung gibt. Behinderte Kinder oder Kinder von behinderten Eltern die auf der Straße leben haben daher auch schlechte oder gar keine Bildung. Das Arbeitsfeld scheint also unermesslich groß zu sein.
In dem Organigramm, das mir Simonini am Anfang zur Erläuterung gegeben hat, erkennt man wahrscheinlich vor allem die Fußabdrücke der Entwicklungshelfer die vor mir mit FUSA gearbeitet haben. Auch die Berichte lesen sich sehr wohlwollend in einer Arbeitssprache, wie man sie auch in europäischen Berichten kennt.
So war ich nach dem ersten Gespräch mit Simonini ziemlich beeindruckt und überrascht. Der Hintergrund und auch die konkrete Arbeit von FUSA ist aber immer noch nicht greifbar, da mir die Informationen wie Sand zwischen den Fingern entgleiten, und auch Simonini kurze Zeit später wieder verschwunden ist. Nach den ersten Erfahrungen ist klar, dass es erst einmal darum gehen muss einen Fuß in die Organisation zu bekommen. Wohlbekannte Beziehungsarbeit also, die mitunter auch nachgehend sein muss, ähnlich wie bei den Familien mit denen ich in Österreich gearbeitet habe, nur dass mein neuer Klient eine afrikanische Organisation ist.
Also verbringe ich zur Zeit die Tage damit, mich mindestens einmal in eine der Chapas (Sammeltaxis) hineinzuquetschen und auf einem der Märkte oder Shops Besorgungen zu machen und danach ist auch immer noch viel Zeit die Seele baumeln zu lassen, Bücher zu lesen, mit dem kleinen Hund zu spielen und einfach die Stadt und das Leben hier auf mich wirken zu lassen. Beira gefällt mir ziemlich gut. Es ist eine vielseitige, lebendige Stadt mit einem entspannten Tempo. Andreas und ich sind in der österreichisch-deutschen Community, die sich hier mittlerweile gefunden hat, gut aufgehoben. Wir haben schon mehrere Abende damit verbracht Karten zu spielen und ansonsten findet sich auch immer eine gemeinsame Unternehmung. Das Klima ist auch gerade sehr angenehm. Während es die ersten beiden Wochen, die wir hier waren ungewöhnlich oft für die Trockenzeit geregnet hat und auch kalt war, hat sich das Wetter nun wieder normalisiert. Es ist sonnig, die Temperaturen klettern untertags auf ca. 25 Grad. Manchmal sind Tage dabei die etwas heißer sind und eine Vorahnung erwecken, wie die stickig schwülen Sommertage in Beira dann sein werden.
Ich hoffe auch das Wetter in Österreich hat sich inzwischen normalisiert und ihr könnt einen halbwegs trockenen und sonnigen Sommer genießen!
Ich freue mich über eure Nachrichten aus Österreich und schicke auf diesen Weg liebe Grüße!
Iris
Mittwoch, 5. August 2009
Hallo mal wieder
guuut, Internet haben wir immer noch keins zuhause aber ehrlich gesagt fehlts mir überhaupt nicht. Ich hab mich in den letzten Wochen schon daran gewohnt, wenns gut geht einmal die Woche meine mails zu checken und kein Lebenszeichen aus der europäischen Welt mitzubekommen.
Gestern hab ich mal kurz den Standard online gelesen, von dem ganzen Terrorkram rund um den Globus bekommt man hierzulande nix mit - was mir ganz recht ist...
Mittlerweile sind wir schon richtig "hier", unser Haus (@Gerald: mit tatsächlichen dunkelbraunen Tropenholzböden, seeehr schön) wird immer wohnlicher.
Das Möbelbeschaffen hier ist so ne Sache, wie schon erwähnt werden viele Möbel direkt neben der Straße verkauft - hier ein Bett, dort ne Kommode, da eine Bank. Iris hat mal aus dem Fenster einer Chapa einen schönen Couchtisch erspäht, ein paar Tage später sind wir dann mal dort vorbeimarschiert um das Ding zu kaufen. Dunkelbraunes Tropenholz, gut verarbeitet (Holzwurm ist im Preis inbegriffen), nach etwas Handeln ging das Teil für knappe 27.-€ über den imaginären Ladentisch. Da wir noch kein Auto haben wurde uns das Ding sogar nach Hause geliefert (ohne Aufpreis, also vermutlich doch zu teuer gekauft...) - am nächsten Tag kam der Verkäufer mit einem Fahrrad, den Tisch am Gepäckträger geschnallt, aber über die Art und Weise der Transporte aller möglicher Dinge darf man sich keine Gedanken machen.
Letztes Wochenende sind wir zufällig bei einer deutschen Kollegin gelandet, deren Hündin hat vor knapp 3 Monaten Nachwuchs bekommen und somit haben wir sogar schon einen kleinen Hund. Der Kleine bereichert die Freizeit sehr, obwohl wir beide schon "arbeiten" (...mehr dazu später) ist die gefühlte Freizeit sehr umfangreich. Mit dem Hund vergehen die Stunden wie im Flug :-)
Fotos folgen natürlich bald!
Arbeit: hehe, am Montag war mein erster Tag. Den Vormittag hab ich daher gleich beim Autohändler verbracht und uns ein ordentliches Fortbewegungsmittel beschafft. Kleinere Reparaturen werden nun noch erledigt und eigentlich hätte ich die Karre gestern bekommen sollen - nach mosambikanischer Zeitrechnung wirds also vermutlich heute oder morgen so weit sein...
Wie gesagt sitz ich nun eh grad auf der Uni, im Büro des Fakultätsleiters der grad auf Urlaub ist. Mein Counterpart - so die EZA-Bezeichnung für den/die KollegInnen, die nach Einsatzende die Arbeit weitermachen sollen - hat ein winziges Büro, das wir erst noch umgestalten müssen. Wir haben besprochen, dass es wohl am besten sein wird dennoch möglichst nahe beinander zu sein. Meine Vorgängerin war räumlich getrennt und hat das als nicht besonders gut empfunden. Also werden wir uns künftig in diesem 3 m² Büro zusammenkuscheln - freu mich schon auf den Sommer hier...
In den nächsten Wochen ist für mich hier Orientierung angesagt, mal schaun was hier alles so läuft - außerdem haperts mit Portugiesisch noch ziemlich...
Der Arbeitstag ist sehr gut angelegt finde ich - ich geh zu Fuss vom Haus zur Uni knapp 10-15 min., Mittags ist hier fast überall Siesta angesagt, von 12-14:30 rührt kaum jemand einen Finger. Arbeitszeit daher 7:30 - 12:00, 14:30 - 17:00 - cirka versteht sich...
Diese lange Mitttagspause ist etwas ungewohnt für uns, aber dennoch sehr angenehm.
@Stefan: freut mich von dir zu hören, Surfspots solls im Süden einige geben - aber Wippi hat sich ohnehin schon ein wenig schlau gemacht. Schlafzimmer steht jederzeit zur Disposition ;-)
Strom ist halbwegs konstant, lediglich zwei partielle Ausfälle in den ersten zwei Wochen in Beira - obwohls früher tatsächlich um einiges mieser gewesen sein soll.
@Doris: schon wieder Spanien???
@Gerald: die Häuser hier sind ein Traum, an jeder Ecke wieder was anderes - alt und neu, top-renoviert und komplett verfallen. Kolonialer Baustil meets Soviet-Plattenbauten, die Inder bringen Farben und Formen und die Mosambikaner malen sich die kleinen Häuser mit Werbung für die konkurrierenden Mobilfunkanbieter bzw. Biermarken an, was glücklicherweise mittlerweile nicht mehr erlaubt ist.
@Mum&Kurt: Red-Snapper im Restaurant für knappe 5.- €, mhmmmm
Auto: Toyota Hilux Surf 3.0, Bj.96 - vernünftig?
Gut, recht viele Fotos haben wir in letzter Zeit nicht geschossen, werden aber schon noch folgen. Ein paar gibts vom Hund ;-)
Aja, noch auf den Hund gekommen:
Wir sind noch auf der Suche nach einem Namen und haben mit unserem Sprachlehrer, einem Mosambikaner gesprochen. Nach ein paar Namen in Shona und deren Bedeutung gefragt, kamen folgende Nennungen:
Armut, Schmerz, Tod, Krieg, Schwarz, Trauer, usw. usf... wir hätten uns eigentlich eher etwas "positiveres" vorgestellt. Im Gespräch wurden wir dann aufgeklärt, dass die oben genannten Namen in der mosambikanischen Bevölkerung sehr verbreitet sind. Und der aus unserer Sicht negative Beigeschmack der Bedeutung hat zum Zweck, dass die entsprechende Person vor ebendiesen Dämonen durch den Namen geschützt werden soll.
Muss den Lehrer mal fragen was Floh und Zecken auf Shona bedeutet, das wär dann vielleicht sinnvoll... ;-)
Gut, Iris hat versprochen demnächst auch ihre Eindrücke zu schildern, bis bald also!
Alles Liebe,
Andreas
PS: Es gibt ne tolle Möglichkeit, von AT aus hierher zu telefonieren: 0820 177 177 anrufen, danach meine Handynummer eingeben +258 825552178. Kostet 9 cent geht allerdings nur vom Festnetz - freu mich natürlich über Anrufe/SMS solang Skype noch nicht geht :-)
Gestern hab ich mal kurz den Standard online gelesen, von dem ganzen Terrorkram rund um den Globus bekommt man hierzulande nix mit - was mir ganz recht ist...
Mittlerweile sind wir schon richtig "hier", unser Haus (@Gerald: mit tatsächlichen dunkelbraunen Tropenholzböden, seeehr schön) wird immer wohnlicher.
Das Möbelbeschaffen hier ist so ne Sache, wie schon erwähnt werden viele Möbel direkt neben der Straße verkauft - hier ein Bett, dort ne Kommode, da eine Bank. Iris hat mal aus dem Fenster einer Chapa einen schönen Couchtisch erspäht, ein paar Tage später sind wir dann mal dort vorbeimarschiert um das Ding zu kaufen. Dunkelbraunes Tropenholz, gut verarbeitet (Holzwurm ist im Preis inbegriffen), nach etwas Handeln ging das Teil für knappe 27.-€ über den imaginären Ladentisch. Da wir noch kein Auto haben wurde uns das Ding sogar nach Hause geliefert (ohne Aufpreis, also vermutlich doch zu teuer gekauft...) - am nächsten Tag kam der Verkäufer mit einem Fahrrad, den Tisch am Gepäckträger geschnallt, aber über die Art und Weise der Transporte aller möglicher Dinge darf man sich keine Gedanken machen.
Letztes Wochenende sind wir zufällig bei einer deutschen Kollegin gelandet, deren Hündin hat vor knapp 3 Monaten Nachwuchs bekommen und somit haben wir sogar schon einen kleinen Hund. Der Kleine bereichert die Freizeit sehr, obwohl wir beide schon "arbeiten" (...mehr dazu später) ist die gefühlte Freizeit sehr umfangreich. Mit dem Hund vergehen die Stunden wie im Flug :-)
Fotos folgen natürlich bald!
Arbeit: hehe, am Montag war mein erster Tag. Den Vormittag hab ich daher gleich beim Autohändler verbracht und uns ein ordentliches Fortbewegungsmittel beschafft. Kleinere Reparaturen werden nun noch erledigt und eigentlich hätte ich die Karre gestern bekommen sollen - nach mosambikanischer Zeitrechnung wirds also vermutlich heute oder morgen so weit sein...
Wie gesagt sitz ich nun eh grad auf der Uni, im Büro des Fakultätsleiters der grad auf Urlaub ist. Mein Counterpart - so die EZA-Bezeichnung für den/die KollegInnen, die nach Einsatzende die Arbeit weitermachen sollen - hat ein winziges Büro, das wir erst noch umgestalten müssen. Wir haben besprochen, dass es wohl am besten sein wird dennoch möglichst nahe beinander zu sein. Meine Vorgängerin war räumlich getrennt und hat das als nicht besonders gut empfunden. Also werden wir uns künftig in diesem 3 m² Büro zusammenkuscheln - freu mich schon auf den Sommer hier...
In den nächsten Wochen ist für mich hier Orientierung angesagt, mal schaun was hier alles so läuft - außerdem haperts mit Portugiesisch noch ziemlich...
Der Arbeitstag ist sehr gut angelegt finde ich - ich geh zu Fuss vom Haus zur Uni knapp 10-15 min., Mittags ist hier fast überall Siesta angesagt, von 12-14:30 rührt kaum jemand einen Finger. Arbeitszeit daher 7:30 - 12:00, 14:30 - 17:00 - cirka versteht sich...
Diese lange Mitttagspause ist etwas ungewohnt für uns, aber dennoch sehr angenehm.
@Stefan: freut mich von dir zu hören, Surfspots solls im Süden einige geben - aber Wippi hat sich ohnehin schon ein wenig schlau gemacht. Schlafzimmer steht jederzeit zur Disposition ;-)
Strom ist halbwegs konstant, lediglich zwei partielle Ausfälle in den ersten zwei Wochen in Beira - obwohls früher tatsächlich um einiges mieser gewesen sein soll.
@Doris: schon wieder Spanien???
@Gerald: die Häuser hier sind ein Traum, an jeder Ecke wieder was anderes - alt und neu, top-renoviert und komplett verfallen. Kolonialer Baustil meets Soviet-Plattenbauten, die Inder bringen Farben und Formen und die Mosambikaner malen sich die kleinen Häuser mit Werbung für die konkurrierenden Mobilfunkanbieter bzw. Biermarken an, was glücklicherweise mittlerweile nicht mehr erlaubt ist.
@Mum&Kurt: Red-Snapper im Restaurant für knappe 5.- €, mhmmmm
Auto: Toyota Hilux Surf 3.0, Bj.96 - vernünftig?
Gut, recht viele Fotos haben wir in letzter Zeit nicht geschossen, werden aber schon noch folgen. Ein paar gibts vom Hund ;-)
Aja, noch auf den Hund gekommen:
Wir sind noch auf der Suche nach einem Namen und haben mit unserem Sprachlehrer, einem Mosambikaner gesprochen. Nach ein paar Namen in Shona und deren Bedeutung gefragt, kamen folgende Nennungen:
Armut, Schmerz, Tod, Krieg, Schwarz, Trauer, usw. usf... wir hätten uns eigentlich eher etwas "positiveres" vorgestellt. Im Gespräch wurden wir dann aufgeklärt, dass die oben genannten Namen in der mosambikanischen Bevölkerung sehr verbreitet sind. Und der aus unserer Sicht negative Beigeschmack der Bedeutung hat zum Zweck, dass die entsprechende Person vor ebendiesen Dämonen durch den Namen geschützt werden soll.
Muss den Lehrer mal fragen was Floh und Zecken auf Shona bedeutet, das wär dann vielleicht sinnvoll... ;-)
Gut, Iris hat versprochen demnächst auch ihre Eindrücke zu schildern, bis bald also!
Alles Liebe,
Andreas
PS: Es gibt ne tolle Möglichkeit, von AT aus hierher zu telefonieren: 0820 177 177 anrufen, danach meine Handynummer eingeben +258 825552178. Kostet 9 cent geht allerdings nur vom Festnetz - freu mich natürlich über Anrufe/SMS solang Skype noch nicht geht :-)
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