Mittwoch, 27. Januar 2010

Es ist heiß...

und wie... Ich hab ja schon vor einigen Monaten über die Hitze gesudert, aber was wir derzeit erleben ist echt zach.

Eigentlich hätte Anfang Dezember die Regenzeit beginnen sollen, einhergehend mit regelmäßigen Regenschauern wie es ja die Bezeichnung "Regenzeit" vermuten lassen würde.
Der einzige Regen seit Anfang Dezember kommt jedoch zustande, wenn ich mir mit den Händen die Stirn abwische und sie dann abschüttle...

Tagestemeperaturen zwischen 30 und 35°, dazu 60-80% Luftfeuchte - laut Heat-Index gefühlte Temperaturen jenseits der 40°.
Selbst in der Nacht wirds nimma kälter, 28° ist so das Minimum. Allerdings bietet die Lage und Architektur unseres Hauses noch ein wenig Schutz, es weht meistens ein kleines Lüfterl und zieht dabei durch die ganze Wohnung - manche Kollegen schlafen mittlerweile auf Campingunterlagen unterm Moskitonetz am Balkon weils drinnen nicht mehr geht. Auch zwei Nachbarn im Hof haben ihr Schlafzimmer an die "frische" Luft verlegt:



In der letzten Woche bin ich jeden Tag schweißnass aufgewacht, der Kopfpolster und die Leintücher (ja, mehrere - aber unter mir...) komplett durchgeschwitzt. Mehrmaliges Duschen pro Tag ist schon fast usus.

Abseits der körperlichen Beeinträchtigung fällt auch das Arbeiten und Konzentrieren schwer. Die weitaus schlimmste Auswirkung aber hat das Wetter auf die hiesige Landwirtschaft.
Wenn es nicht bald regnet wird eine massive Hungersnot befürchtet. Hoffen wir das Beste, immerhin kündigt die Wettervorschau seit einer Woche regelmäßig Regen an - gekommen ist bisher noch keiner.
Aber die Hoffnung auf Regen bleibt.


Alles Liebe aus der Sauna,

Andreas

Donnerstag, 14. Januar 2010

Urlaub in Tofo, Inhambane

Hallo mal wieder,

ich hab euch grad ein paar neue Fotos raufgeladen - wir waren Weihnachten in Tofo, Inhambane.
Der Süden Mosambiks ist touristisch relativ gut erschlossen, in einigen kleinen Ortschaften und Städten haben sich viele ausländische Investoren - vor allem Südafrikaner - niedergelassen und Hotels, Resorts oder Bungalows aufgezogen.
Wir waren allerdings wiedermal campen - ist einfach am gemütlichsten und mit Hund immer wieder lustig.

Diese Region eignet sich gut zum Urlaub machen, wenn auch nach unserem Geschmack nicht in der Hauptsaison da echt zuviele Touristen dort aufkreuzen. Google spuckt auch einiges zu den folgenden Destinationen aus: Vilanculo - Bazaruto - Tofo - Inhambane - Xai-Xai .

Viel Spaß mit den Fotos, vielleicht kommt der eine oder andere ja auf den Geschmack! :-)

http://www.flickr.com/photos/ratzi/sets/72157623207828538/

Liebe Grüße,

Andreas

Sonntag, 3. Januar 2010

Caminho de Trabalho - der Weg zur Arbeit

Hallo und Willkommen im neuen Jahrzehnt!

Kürzlich hab ich per mail mal meinen Weg zur Uni beschrieben, dabei hab ich mir gedacht es wärs doch mal wert das ganze fotografisch zu dokumentieren.
Daher hier der Link zu unserer mittlerweile ganz schön umfangreichen online-Fotogalerie zum Set "Caminho de Trabalho" - wie üblich mit Kommentaren zu den Fotos :-)
http://www.flickr.com/photos/ratzi/sets/72157623126903582/

Viel Spaß beim Schmökern!

Andreas

Mittwoch, 30. Dezember 2009

Musik aus Mosambik & Simbabwe zum Reinhören

Hallo!

schon relativ bald haben wir uns für die Wohnung ein kleines Radio zugelegt, um ein wenig die lokalen Sender hören zu können. Musik gehört hier zum Lebensgefühl, auf den Märkten und in den Bairros tönt es überall her. Musik wird auch verkauft, in MOZ gibts zwar keine Plattenläden aber die Musik kommt als gebrannte CD über die Straßenhändler und auf den Märkten ausgestellt zu den Hörern.
Hier ein paar Hörproben aus kürzlich erworbenen Straßenkäufen:

http://www.easy-share.com/1908873338/Music Upload.zip
(ca. 60MB)

Einigen von euch haben wir ja schon von einem unserer Lieblingsplätze erzählt, die GALP-Tankstelle bei Estoril. Dort gibts neben Futter fürs Auto auch ein nettes Restaurant, mit einfacher aber ausgezeichneter Kost. Nebenher läuft dort meist großartige Musik, die ich mir ebenfalls mal kopiert aber noch nicht aussortiert hab.
Einen großen Anteil der musikalischen Stücke bilden nämlich die Fadas, portugiesische Schnulzen - eher nicht mein Fall.
Die Mosambikaner aber lieben diese langsamen Stücke ebenso wie die restliche meist sehr rhythmische Musik. Sogar in der Disco werden drei, vier schnelle Stücke gespielt (viel HipHop, Reggae und etwas billiger Techno) und dazwischen ein langsamer Fado.
Scheinbar gibts hier in den Tanzlokalen ein ungeschriebenes Gesetz, tanzt man länger als 3 Stücke mit der/dem selben Partner eng so gilt das als Einladung zu etwas mehr ;-)
Wohlweislich wird daher in den Discos diese Anbahnungsmöglichkeit ein Riegel vorgeschoben und jeweils nur ein Stück langsam gespielt...

Nun denn, viel Spaß beim Hören und wenn es Bedarf für mehr gibt einfach melden!

Liebe Grüße,

Andreas

Samstag, 5. Dezember 2009

Ein Land im Dornröschenschlaf ....

Zimbabwe

Gleich nach der Grenze zu Mosambik merkt man, dass man sich in einer anderen Welt befindet. So eigenartig das klingen mag, auf mich wirkt Zimbabwe manchmal wie ein Märchenland. Umso verwunderlicher ist es, dass sich der Tourismus nach der Hyperinflation noch nicht erholt hat.

Bei unseren beiden kurzen Reisen (Ende September 09 und Ende November 09) in die Grenzregion haben wir das Reisen in Zimbabwe sehr einfach erlebt. Die Strukturen haben sich gut erhalten und sind um vieles besser entwickelt als in Mosambik. Die Leute sind sehr freundlich, der britische Einfluss der Kolonialzeit ist überall präsent. Es gibt einige „Inseln“ britischstämmiger Weißer, die einladen zum Genießen wie z.B. Tony’s Coffeeshop, in den Straßen Mutares fällt man als Weißer aber auf. Positiv fällt auf, dass in den Geschäften fast ausschließlich Afrikaner einkaufen, was auf eine bestehende schwarze Mittelschicht hinweißt.

Da wir das ganze Geld großteils in einzelnen Dollarnoten bis maximal 20-Dollarnoten aus Mosambik mitgebracht haben, gibt es kein Problem beim Wechseln. Statt Wechselgeld gibt die Kassiererin beim Spar ein paar Zuckerln oder man kann sich zum entsprechenden Wert Süßigkeiten aussuchen.
Vor der Einführung des US-Dollars (im Feb. 2009) hatten die Banknoten Zimbabwes Billionenbeträge und ein Ablaufdatum aufgedruckt. Kaufen konnte man darum oft nicht mehr als ein Cola.

Die Natur in Zimbabwe ist ein besonderer Genuss. Im September haben uns die üppig lila blühenden Jacarandabäume überrascht. In Mutare gibt es unzählige Alleen davon, die die ganze Stadt Ende September in lila Farbe hüllten. Das besondere Highlight dieser Reise waren, neben dem Mount Nyangani und dem Nyangapark die Früchte, die uns am Eingang zu Juliasdale von den Einheimischen angeboten wurden. Als wir stoppten, um uns die Früchte genauer zu besehen, wurden sie uns von allen Seiten durch die Autofenster gereicht. Halb Juliasdale wollte uns seine frische Ernte verkaufen. Da gab es köstliche, frisch gepflückte Marillen, Pfirsiche, Pflaumen, Äpfel.

Am Fußballfeldgroßen Campingplatz mit ausgezeichneter Infrastruktur (Wächter, Warmwasser, ...) waren wir, wie schon letztes Mal im Vumbapark, die einzigen Gäste. Mittlerweilen haben wir die perfekte Campingausrüstung (nur das Zelt müssen wir uns ausleihen, weil es bei der Anreise in Johannesburg verloren gegangen ist) und auf einem Lagerfeuer kann man wunderbare Gerichte zaubern.

Die Berge in Zimbabwe vermitteln uns manchmal den Eindruck, als würden wir gerade durch Österreich fahren. Insbesondere im Nyangapark, wo es sogar Nadelwälder gibt, hatten wir manchmal diesen Eindruck. Wenn man genau schaut, erkennt man natürlich unverkennbar Afrika: Schirmakazien, durch Buschfeuer abgebrannte Waldstücke, weite sanfte Hügeln, ganz andere Flora und Fauna.

Wer jetzt Lust auf dieses Land bekommen hat, den kann ich es (neben Mosambik) nur wärmstens empfehlen. Es gibt in Zimbabwe ja noch ganz viel anderes zu entdecken, wie die gigantischen Viktoriafälle, tolle Naturparks, Felsmalereien, …

Zurück in Beira: hier gibt es nun die ersten Sommergewitter. Nach einigen schwülen und heißen Tagen tut die Abkühlung richtig gut.

Von Advent und Weihnachten merken wir hier keine Spur. Weihnachten werden wir am Strand in Tofu verbringen, wo es um diese Jahreszeit wahrscheinlich auch am angenehmsten sein wird.

Wir freuen uns von euch zu hören!

Ganz liebe Grüße!
Iris & Andreas

Donnerstag, 26. November 2009

Fotos vom Gorongosa NP online

Liebe Leute,

habs jetzt endlich geschafft und die unzähligen Fotos vom Gorongosa Nationalpark mit seiner berauschenden Tier- und Pflanzenwelt aufzusortieren und online zu stellen.
Hier der Link (bzw. über Fotolink rechts erreichbar):
http://www.flickr.com/photos/ratzi/tags/gorongosa/

Viel Spaß beim Stöbern, vielleicht kann mir ja der eine oder andere ein Tier benennen, ich kenn sie nicht alle...

Grüße in den kalten Norden,

Andreas


Donnerstag, 19. November 2009

mir is kalt

Und das zurecht, vor zwei Tagen wurden wir von einer regelrechten Kältewelle überrollt. Ich musste tatsächlich ein langes Hemd zur Arbeit anziehen und brauchte in der Nacht das Leintuch...

Im Vorbereitungskurs bekamen wir eine interessante Anekdote zum Thema Interkulturelle Verständigung zu hören.
Eine junge Entwicklungshelferin macht fleißig ihre Workshops in Afrika, gegen Ende wurde dann auch noch evaluiert, ob es den Teilnehmern gefallen hat. Daher Flipchart an die Wand genagelt, Klebepunkte in die offenen Hände der Teilnehmer. Die Kollegin hatte es gut gemeint und wollte die Abstimmung auflockern, malte halt eine Sonne für die positiven Stimmung und eine Gewitterwolke für negatives Feedback als zwei Spalten auf das Blatt und lies abstimmen.
Das Ergebnis war vernichtend, fast alle Klebepunkte auf der Wolkenseite, die gute Dame war völlig verzweifelt, gab sie sich doch sehr Mühe um den Workshop gelingen zu lassen - was in ihrem Verständnis auch gelungen war.
Im vertrauensvollen Gespräch mit einem Teilnehmer über das vermeintlich schlechte Ergebnis der Evaluierung kam dann die Rückmeldung, dass doch eh alles klar ist - die Teilnehmer hätten doch eh fast alle positiv abgestimmt - bei der Wolke???

Zurück nach Beira, Mosambik, Mitte November: Seit letzter Woche (also vor der echt argen Kältewelle mit knappen 24°C) wissen wir auch warum Afrikaner einen wolkenbedeckten Himmel, Regenwolken und Gewitter als angenehm empfinden. Die Regenzeit kehrt ein und mit ihr eine echt zache Hitze. Fast jeden Tag 30-35°, was an sich noch erträglich ist, gepaart allerdings mit einer enormen Luftfeuchtigkeit... Man schwitzt, ständig. Momentan gehts noch halbwegs, zumindest in der Nacht ersparen wir uns (noch) das Schwitzen. Aber ab 6 in der Früh beginnt man automatisch zu schwitzen, man schwitzt beim Brotschneiden zum Frühstück, beim Schuheanziehen und erst recht auf dem Weg zur Arbeit, man klebt am Bürosessel fest, schwitzt beim Heimgehen zu mittag. Schwitzt vor dem Essen, nach dem Essen, und währenddessen sowieso. So geht das Spiel meist bis 10:00 abends weiter... ufff - momentan trinken wir mindestens 3-4 Liter Flüssigkeit (meist Wasser ;-) ) pro Tag.
Von daher war der Kälteeinbruch (ja ich kann mir die Kommentare schon vorstellen... *ggg*) echt angenehm und wir verstehen die Anekdote der braven EH mit der Abstimmung nun viel besser.

Ach ja, als es so bitterkalt geworden ist kam auch ein ordentlicher Wind dazu. Der gleich das halbe Dach der Uni abgetragen hat. Kurz vor der Mittagspause war plötzlich ein enormer Lärm zu hören, unidentifizierbar, extrem laut. Ein Blick nach draußen zeigte schon das Desaster, das halbe Blechdach eines Traktes der Uni hat sich gelöst und ist donnerbrausend auf den Parkplatz gestürzt - verletzt wurde glücklicherweise niemand, lediglich ein Auto wurde unter den Blechtafeln begraben. Ich möcht mir allerdings nicht vorstellen was diese Tafeln (genannt Chapas, also genauso wie die öff. Busse hier (die sich abgesehen von einem vermeintlich eingebauten Motor auch nicht wirklich von den Blechtafeln unterscheiden...) ) mit einem Menschen angerichtet hätten.
Das Dach wurde letztes Jahr einfach auf das bestehende Dach draufgenagelt, warum auch ein Dach reparieren wenns einfacher und billiger ist einfach ein zweites drüberzukleben... ABER: genaudasselbe ist angeblich bereits letztes Jahr passiert, manchmal kann man echt nur den Kopf schütteln.

Nun denne, heut vormittag ist uns die Abstimmung der Bankbuchhaltung für Jänner gelungen - das freut mich total. Mein Kollege ist wirklich total ehrgeizig und wissbegierig, macht Spaß so zu arbeiten.
Und daher wieder ran ans Schaffen.

Euch wünsche ich einen wunderschönen Tag, würd liebend gerne auf einen Glühwein vorbeikommen aber mir ist leider schon wieder zu heiß dafür :-)

Alles Liebe aus Beira,

Andreas


PS: Die ersten Besucher haben sich angemeldet: Mum und Kurt kommen Mitte Juli, also für alle schnellentschlossenen: Restplätze sind noch vorhanden! ;-)